Coco Vandeweghe: Eine, die sich nicht verbiegen lässt

Zum zweiten Mal nach 2015 steht Coco Vandeweghe im Wimbledon-Viertelfinal. Die Amerikanerin ist eine schillernde Persönlichkeit, die nicht überall gut ankommt.

Coco Vandeweghe ist in Wimbledon bislang nicht zu stoppen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Entschlossen Coco Vandeweghe ist in Wimbledon bislang nicht zu stoppen. Getty Images

Die Szene hatte Symbolcharakter: Nach ihrem Drittrundensieg gegen Alison Riske klingelte zu Beginn der Medienkonferenz Coco Vandeweghes Handy. «Pat? Bist du es?», fragte die Amerikanerin.

Mit Pat ist Pat Cash gemeint. Der Australier, der vor genau 30 Jahren in Wimbledon gewann, ist seit rund einem Monat der Coach Vandeweghes und an den Medienkonferenzen jeweils das vorherrschende Thema:

  • Wie kam es zur Zusammenarbeit? «Meine Agentin hat ihn vorgeschlagen, er war interessiert und ich hab ihn angerufen.»
  • In welchen Bereichen kann er helfen? «Er hat mir einige Rockbands der 80er vorgestellt, die ich nicht wirklich kannte. Ich muss ihn immer wieder daran erinnern, dass ich 1991 geboren wurde.»
Der ehemalige Profi Pat Cash. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Betreut Vandeweghe Der ehemalige Profi Pat Cash. Getty Images

Die Grossmutter als Vorbild

Dass Vandeweghe (WTA 25) in Wimbledon zum zweiten Mal nach 2015 im Viertelfinal steht, mag auch ein Verdienst Cashs sein. Überraschend kommt ihr Siegeszug aber keineswegs. Bereits Anfang Jahr hatte die 25-Jährige bei den Australian Open den Halbfinal erreicht, für Rasen ist ihr kompromissloses Powerspiel wie gemacht.

Vandeweghe stammt aus einer sportlichen Familie. Ihre Mutter Tauna war als Schwimmerin bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal dabei, Grossvater Ernie und Onkel Kiki waren NBA-Profis.

«  Meine Grossmutter hat mir beigebracht, in High Heels zu gehen.  »

Coco Vandeweghe

Bei Vandeweghe gibt's kein Wenn und Aber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kompromisslos Bei Vandeweghe gibt's kein Wenn und Aber. Getty Images

Am meisten geprägt wurde Vandeweghe von ihrer Grossmutter Colleen Kay Hutchins, die 1951 zur «Miss America» gekrönt wurde.

«Sie hat von mir verlangt, dass ich in der Kirche etwas vortrage. Ich habe es nicht gemocht, aber es hat mir geholfen, mich vor vielen Leuten wohlzufühlen. Ausserdem hat sie mir beigebracht, in High Heels zu gehen – es gibt keine bessere Lehrerin als Miss America.»

Politisch konservativ eingestellt

Einschüchern lässt sich Vandeweghe auch heute nicht. Die 1,85 m grosse Athletin gilt als äusserst konservativ und steht offen zu ihrer Meinung. Dass sie mit dieser Einstellung bei vielen Tenniskollegen auf Unverständnis trifft, stört Vandeweghe nicht. Sie lässt sich nicht verbiegen. Weder auf noch neben dem Platz.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.7.17, 14 Uhr