Del Potro lässt Federers Titelträume platzen

Für Roger Federer (ATP 3) haben die Viertelfinals an den US Open Endstation bedeutet. Der Schweizer liess zu viele Chancen aus und unterlag Juan Martin del Potro (ATP 28) 5:7, 6:3, 6:7 (8:10), 4:6.

  • Für Federer ist es im 22. Duell mit Del Potro die 6. Niederlage
  • Im 3. Satz lässt der Schweizer im Tiebreak 4 Satzbälle ungenutzt
  • Die Fans in New York müssen damit weiter auf das 1. US-Open-Duell zwischen Federer und Nadal warten
  • Damit ist klar, dass Rafael Nadal auch nach dem letzten Major-Turnier des Jahres die Nummer 1 bleibt

Ganz so episch war die Neuauflage des US-Open-Finals von 2009 zwischen Federer und Del Potro nicht. Am Ende behielt der Argentinier aber wie vor 8 Jahren die Oberhand – diesmal in 4 statt wie damals in 5 Sätzen.

Auch sonst wies die Partie gewisse Parallelen auf. Bezeichnete Federer den Final damals als «Spiel der verpassten Chancen», liess er auch diesmal einige Möglichkeiten aus, den Viertelfinal womöglich in andere Bahnen zu lenken.

4 Minibreaks und 4 Satzbälle reichen nicht

Wegweisend hätte aus Sicht des Schweizers der 3. Satz sein können, ja vielleicht sogar müssen. Dort zog Federer zu Beginn 10 ganz schwache Minuten ein und lag mit Break 0:3 zurück. Dank zwei Vorhand- und einem Doppelfehler Del Potros machte er diesen Rückstand wett und erzwang das Tiebreak.

Trotz 4 Satzbällen: So gab Federer den 3. Umgang ab

0:46 min, vom 7.9.2017

Gleich viermal konnte er dort mit Minibreak vorlegen, viermal kam Del Potro jedoch zurück. Federer liess dabei 4 Satzbälle ungenutzt – zwei davon bei eigenem Aufschlag. Wenig später schlug der Argentinier bei seinem 1. Satzball gnadenlos zu. Es sollte die Vorentscheidung sein.

Del Potro steht fast immer richtig

Wie im 3. Durchgang agierte Federer auch im 4. fehlerhaft und geriet beim Stand von 2:2 erneut mit Break in Rücklage. Ein ungewohnter Smash-Fehler des Schweizers und ein anschliessender Returnwinner von Del Potro standen symptomatisch für Federers Auftritt: Der Schweizer tat sich teils ungewohnt schwer, dem Argentinier gelang fast alles.

Federer versuchte die brachialen Vorhandschläge seines Gegners mit variantenreichem Spiel zu umgehen und stürmte oft ans Netz. Diese Taktik ging einzig im 2. Satz auf, als Del Potro deutlich schlechter servierte. Ansonsten stand die Weltnummer 28 fast immer am richtigen Ort.

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Nadal bleibt die Nummer 1

Durch das Out von Federer ist klar, dass Rafael Nadal auch nach den US Open die Weltnummer 1 bleiben wird. Die New Yorker Fans müssen auch weiter auf ein US-Open-Duell zwischen dem Spanier und dem Schweizer warten. In Flushing Meadows sind sich Federer und Nadal noch nie gegenüber gestanden. Im Halbfinal kommt es stattdessen zum Duell zwischen Nadal und Del Potro.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 07.09.2017, 02:45 Uhr