Die nächste Kostprobe von «Überlebenskünstler» Stan

Stan Wawrinka und Roger Federer haben sich zu Beginn der Australian Open so richtig ins Turnier reinknien müssen. Doch möglicherweise sind gerade diese Anlaufschwierigkeiten entscheidend für eine erfolgreiche Melbourne-Mission.

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Wawrinka im Platzinterview: «Das war ein harter Fight» (Engl.)

1:28 min, vom 16.1.2017

Stan Wawrinka war bereits bei den letztjährigen US Open gewissermassen am Abgrund gestanden. In der 3. Runde sah er sich gegen Daniel Evans (Gb) einem Matchball gegenüber. Der Waadtländer löste sich aus der Umklammerung des Gegners – und stürmte in der Folge zum durchschlagenden Erfolg.

In Melbourne nun wiederholte sich zumindest der erste Teil der Geschichte. Der 31-Jährige musste gegen Martin Klizan zwar keinen Matchball abwehren – das frühe Aus war dennoch bedrohlich nahe.

Nun: Wawrinka hat in fast schon bewährter Manier die Kurve doch noch gekriegt und seinem Namen als «Langsamstarter» wieder einmal alle Ehre gemacht.

Ein unbändiger Wille

Der Romand sprach hinterher von einem grossen Fight und einem starken Gegner, der vor allem für sein variantenreiches Spiel ein Lob verdient.

Was hilft ihm, dass er sich regelmässig aus solch heiklen Situationen befreien kann? «Es ist das täglich harte Training, der ständige Anspruch noch besser werden zu wollen. Zudem gebe ich nie auf, und heute hat mich natürlich auch die tolle Atmosphäre gepusht», sagte Wawrinka, verbunden mit einem Dank Richtung Publikum.

Ist es ein gutes Omen, dass Wawrinka wie schon in New York früh im Turnier hart auf die Probe gestellt wurde?

  • Ja, absolut. Der 4. Grand-Slam-Titel liegt drin.

    84%
  • Nein. Das nächste Mal geht es bei einer solch engen Kiste nicht mehr gut.

    15%
  • 804 Stimmen wurden abgegeben

«  Normalerweise bin ich nach wenigen Games im Spiel drin. Heute hat dieser Prozess fast anderthalb Sätze gedauert. »

Roger Federer

Federer: «Ich kam nur schwer ins Spiel rein»

2:32 min, vom 16.1.2017

Kurze Zeit später folgte Federer seinem langjährigen Davis-Cup-Kumpel in die 2. Runde. Auch der «Maestro» beklagte hinterher Anlaufschwierigkeiten. «So hatte ich etwa schon im 1. Game 4 Rahmenbälle. Ich musste mich enorm konzentrieren», bemerkte er. Es war auch der schnellen Unterlage geschuldet, dass er lange auf der Suche nach dem Rhythmus war.

«Normalerweise bin ich nach wenigen Games im Spiel drin. Heute hat dieser Prozess fast anderthalb Sätze gedauert», sagte Federer. Immerhin brauchte er nicht ganz so lange wie Wawrinka, ehe er das Rezept zum Einzug in die 2. Runde gefunden hatte.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 16.01.2017 ab 09:00 Uhr