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Grand-Slam-Turniere Djokovic zerreisst sich in bizarrem Match

Novak Djokovic hat den Finaleinzug bei den US Open geschafft. Der Serbe setzte sich in einem kuriosen Match mit 6:3, 6:2, 3:6, 6:2 gegen Gaël Monfils (ATP 12) durch.

Legende: Video Djokovic und Monfils liefern sich bizarres Match abspielen. Laufzeit 04:52 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 10.09.2016.

Die Weltnummer 1 traf lange kaum auf Gegenwehr. Djokovic führte mit 2:0 in den Sätzen und mit Break, als Monfils plötzlich aufdrehte. Der Franzose sicherte sich den Durchgang noch. Dem Serben platzte der Kragen. Djokovic zerriss sein Shirt und warf es nach dem Satzverlust unter den Schiedsrichter-Stuhl. «Das passiert in der Hitze des Gefechts, dann nehme ich einfach ein Neues», kommentierte er.

Es ist kaum nachzuvollziehen, was da draussen passiert.
Autor: Heinz GünthardtSRF-Experte

Bizarres Match – Pfiffe für Monfils

Es entwickelte sich eine turbulente und kuriose Partie, mit viel Spektakel aber auch vielen Fehlern:

  • Der schnellste Aufschlag der Partie war 222 km/h schnell. Er gelang Monfils – mit dem zweiten Aufschlag notabene.
  • 18 Doppelfehler unterliefen den beiden Akteuren. 11 gingen auf das Konto von Monfils, 7 auf jenes von Djokovic.
  • Monfils küsste nach einem Netzroller die Netzkante, während Djokovic mit sich und dem Publikum haderte.
  • Die Zuschauer pfiffen den lange lustlos wirkenden Monfils nach Satz 2 gnadenlos aus.
Legende: Video Im Halbfinal platzt Djokovic der Kragen abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus sportlive vom 09.09.2016.

SRF-Experte Heinz Günthardt sprach von einem bizarren Match. «Es ist kaum nachzuvollziehen, was da draussen passiert.» TV-Kommentator John McEnroe warf Monfils unprofessionelles Verhalten vor. Der Franzose, der erst seinen zweiten Grand-Slam-Halbfinal bestritt, wehrte sich gegen die Vorwürfte. Er habe lediglich versucht, seine Strategie Djokovic anzupassen.

Beide Akteure mit physischen Problemen

Weder Djokovic noch Monfils hinterliessen jedenfalls einen fitten Eindruck. Der Franzose schien angeschlagen, der Serbe liess sich an beiden Schultern behandeln. Nach dem Match wollte Djokovic nichts über seinen Zustand verraten. Der 29-Jährige, der auf dem Weg in den Final insgesamt für die 6 Siege nur 8 Stunden und 58 Minuten auf dem Platz stand, sprach die hohe Luftfeuchtigkeit an. Warum das Match so kurios verlief, wollte er nicht schlüssig beantworten.

Die Titelverteidigung für den keineswegs immer stilsicheren Djokovic ist immer noch möglich. Auch, weil Monfils im 4. Satz zu viele Geschenke verteilte. In seinem 7. Endspiel in New York trifft der zweifache Sieger der US Open (2011, 2015) am Sonntag auf Stan Wawrinka. Djokovic peilt seinen 13. Grand-Slam-Triumph an.

Legende: Video Djokovic nach dem Finaleinzug abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 10.09.2016.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 09.09.2016, 21:00 Uhr

7 Kommentare

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  • Kommentar von Man Are (Manare)
    Sportanlässe verkommen immer mehr zu "Freak-Shows". Im physischen und psychologischen Sinn. Wohl ein Abbild der Welt.
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    1. Antwort von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
      Das stimmt, die bekanntesten und erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler sind die Gladiatoren der heutigen Zeit - und im Gegensatz zum Römischen Reich verdienen viele auch noch sehr gut und mit ihnen und durch sie viele Wirtschaftsriesen dahinter, vor allem NIKE. Wohl ein Abbild der Welt, wie Sie es richtig sagen. ABER: Wir schauen alle zu und klatschen teilweise auch Beifall. Seien Sie ehrlich: Können Sie selber wirklich immer wegschalten, wenn solche Spiele übertragen werden?
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  • Kommentar von Yvonne Steger (Ycanada)
    Wir haben uns köstlich über den frischen und amüsanten Kommentar der beiden Tennis Kommentatoren gefreut - auch ich habe die Art und Weise des Spiels von Monfils nicht schön gefunden - und das darf man auch in Worte fassen - nun freuen wir uns auf den Final - hoffentlich mit einem guten Ende für Stan - und einem weiteren erfischenden Begleitkommentar des Tennis-Moderatoren "Dream-Teams" :-)
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  • Kommentar von Suat Ulusoy (SuatU)
    Meiner Meinung nach haben Stefan Bürer und Heinz Günthardt sehr gut kommentiert und die passenden Worte für das Auftreten von Monfils gefunden. Für mich war sein Verhalten ebenfalls äusserst unprofessionell und respektlos. Letztlich ein gewaltiges Eigentor, das evtl. noch ein Nachspiel haben wird. Bürer/Günthardt empfehle ich jedoch die Lektüre eines Buches: "On the line" von ... Serena Williams...
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