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Coup gegen Nadal: Brown steht für spektakuläres Tennis
Aus sportaktuell vom 02.07.2015.
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Grand-Slam-Turniere Dustin Brown: Ein Hingucker auf der ganzen Linie

Seit seinem Triumph über Rafael Nadal in der 2. Runde von Wimbledon ist bekannt: Dustin Brown (ATP 102) spielt variantenreich, mit vollem Risiko und durchaus unkonventionell. «Dieser Typ ist unglaublich», staunt John McEnroe. Doch wer ist er?

  • Die Wurzeln in Jamaika. Brown ist der Sohn einer Deutschen (Inge) und eines Jamaikaners (Leroy). Aufgewachsen in Niedersachsen, übersiedelte er im 12. Altersjahr in die karibische Heimat seines Vaters nach Montego Bay. Dort lebte er bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland vor 10 Jahren.

Dustin Brown schiebt das T-Shirt nach oben, darunter ist das Tattoo seines Vaters erkennbar.
Legende: Hautnah Dustin Brown trägt ein Tattoo seines Vaters auf dem Oberkörper. Keystone
  • Papas Konterfei als Tattoo. Der 30-Jährige hat sich ein Porträt seines Vaters auf die linke Bauchseite stechen lassen. «Ein Foto von ihm hängt auch in meinem Schlafzimmer.» So lasse sich die Sehnsucht besser aushalten «Denn ich habe nicht oft die Chance, ihn zu besuchen.»
  • Vom Camper zum Business-Passagier. Seine Eltern schenkten ihm vor rund 10 Jahren einen Wohnwagen, damit Brown in Europa von Turnier zu Turnier tingeln konnte. Passend dazu titelte die New York Times 2010 bei seinem Wimbledon-Debüt: «A Wimbledon journey that began in a van.» Mittlerweile hat er die 1-Million-Dollar-Preisgeld-Grenze geknackt und sagt darum: «Ich kann jetzt auch mal Business Class fliegen, werde vom Flughafen abgeholt und lebe in schönen Hotels.»

Schuh von Dustin Brown mit organem Schnürsenkel.
Legende: Für einmal ganz in Weiss In Wimbledon ist Browns Markenzeichen, ein farbiger Schnürsenkel, nicht erlaubt. Keystone
  • Wimbledon verbietet ihm seinen Glücksbringer. Das Major auf Rasen ist das einzige Turnier, zu dem Brown ohne seinen Talisman, je ein Paar farbige Schnürsenkel pro Schuh, antreten muss. «Weil die halt strikte Vorschriften haben», begründet er. «Ich bin froh, dass ich überhaupt meine Ketten anlassen darf.»
  • Der Bruch mit Jamaikas Verband. In seinen Anfängen spielte er für Jamaika Davis-Cup und führte den Inselstaat 2003 in die Weltgruppe II. Weil er sich aber nicht ausreichend unterstützt fühlte, nahm er 2010 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Auch der britische Pass war kurzzeitig eine Option, da seine Grossmutter aus England stammt.

Dustin Brown trägt eine Wollmütze.
Legende: Von der Oma gestrickt Brown mit dem ihm typischen Kopfschmuck. Imago
  • Apropos Oma, die «Strickliesel». Sie ist ein grosser Fan von ihm – natürlich. Vor allem deckt sie ihren Enkel aber mit bunten Kopfbedeckungen ein, die ebenfalls zu seinem Markenzeichen geworden sind. Und ihr Handwerk findet Bewunderer. So wünschte sich Eurosport-Kommentator Matthias Stach ein Exemplar, dieses Jahr in Halle hat Dustin im Namen seiner Oma geliefert.
  • Er sticht aus der Masse heraus. Der schlaksige Brown ist nicht nur wegen seinen 1,96 m Körperlänge eine imposante Erscheinung. Der dunkelhäutige «Rasta-Mann» fällt auch durch sein Zungenpiercing und durch seine verfilzte Haarmähne auf, die ihm bis zum Gesäss reicht. Seinen wehenden Dreadlocks verdankt er seinen Spitznamen: «Dreddy».
  • «Bum-Bum-Brown». Auch so wird er in der Öffentlichkeit gerne genannt. Die Tageszeitung Express verpasste ihm diesen Übernamen in Anlehnung an Boris Becker, nachdem Brown 2013 den früheren Wimbledon-Sieger Lleyton Hewitt in der 2. Runde in 4 Sätzen ausgeschaltet hatte.

Browns 11 Teilnahmen in einem Grand-Slam-Hauptfeld

2015WimbledonIn der 3. Runde gg. Viktor Troicki (Ser)
als Qualifikant
2015Melbourne1. Runde: u. Grigor Dimitrov 2:6, 3:6, 2:6

2014New York
1. Runde: u. Bernard Tomic 6:7, 4:6, 6:7

2014Wimbledon1. Runde: u. Marcos Baghdatis 4:6, 5:7, 6:2, 6:7
2014Paris1. Runde: u. Marinko Matosevic 6:7, 4:6, 7:6, 5:7

2013Wimbledon
3. Runde: u. Adrian Mannarino (It) 4:6, 2:6, 5:7
als Qualifikant
2012Wimbledon1. Runde: u. David Ferrer (Sp) 6:7, 4:6, 4:6
als Qualifikant
2011Paris1. Runde: u. Leonardo Mayer 6:3, 6:7, 2:6, 2:6

2011Melbourne1. Runde: u. Albert Montanes 4:6, 2:6, 6:3, 6:2, 5:7

2010New York
2. Runde: u. Andy Murray 5:7, 3:6, 0:6

2010Wimbledon1. Runde: u. Jürgen Melzer 3:6, 6:4, 2:6, 3:6

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 02.07.2015 14:00 Uhr

Dirk Nowitzki zieht den Hut

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Brown an der PK: «Ich wollte Nadal aus der Komfortzone bringen»
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Aus Sport-Clip vom 03.07.2015.
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7 Kommentare

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  • Kommentar von jc heusser , erstfeld
    Schön wieder einmal einen "dunkelhäutigen Spieler" auf der Tour zu erleben! Was waren das noch für Zeiten mit "Noah und Ashe" . . . . Brown ist ein sympatischer und ganz toller Typ, eine echte Bereicherung und er hat schon in Halle gutes Tennis gezeigt! Ich wünsche Ihm, das er in Wimbledon noch weit kommt und viel Glück!
    1. Antwort von Björn Christen , Bern
      Nun, mit Monfils, Tsonga und Donald Young sind derzeit mindestens 3 "dunkelhäutige Spieler" im Spitzentennis dabei. Und vor ein paar Jahren war da noch James Blake, der Top 10 war. Brown ist nicht der erste seit Ashe und Noah.
  • Kommentar von Felice Limacher , Zürisee
    Der "Typ" gefällt mir in jeder Beziehung ... SUPER was er zeigt und wie er sich gibt !!!
  • Kommentar von Björn Christen , Bern
    Wenn man Brown gestern zugesehen hat, wie er Nadal demolierte, fragt man sich, wie es sein kann, dass dieser Mann in all den Jahren noch nie auch nur in die Nähe der ATP-Top 50 gekommen ist. Klar, sein Spiel ist vorallem auf Gras zugeschnitten und es gibt nur noch sehr wenige Grasturniere, aber trotzdem. Aus seinem Talent hätte er viel mehr machen müssen. Hoffentlich bleibt er Wimbledon 2015 noch länger erhalten.
    1. Antwort von kurt Kaiser , oberembrach
      Das glaub ich auch und wundert mich auch nicht das sein Spiel vorallem auf Gras gut ist. Auch gut, dass es im Tennissport nur so wenig Dopingtests gibt.
    2. Antwort von jc heusser , erstfeld
      Kurt Kaiser was hat das Tennisspiel auf "Rasen" mit den Dopingkontrollen zu tun? Können Sie mir das erklären?
    3. Antwort von Ch. Keller , Schwyz
      Der werte Herr Kaiser wollte einfach wieder einmal ein Klischee einbringen, welches weder Hals noch Füsse hat.. Naja immerhin 13 likes hat er gekriegt.. Ich hoffe er ist glücklich damit.. *kopfschütteln* Oh haha, er ist Jamaikaner und spielt auf Rasen, HAHAHAHA wirklich lustig... Würden sie nur halbosviel leisten, wie dieser Tennispieler, wären wir schon glücklich damit..