Federer gegen den anderen Zverev

Mischa Zverev heisst Roger Federers Gegner im Viertelfinal bei den Australian Open. Der 29-Jährige tritt «Down Under» für einmal aus dem langen Schatten seines jüngeren Bruders.

Mischa Zverev spielt eine Rückhand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schraubt an seiner Bilanz Vor den Australian Open hatte Zverev nur 4 Grand-Slam-Partien gewonnen. In Melbourne hat er diese Zahl verdoppelt. Keystone

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Live-Hinweis

Live-Hinweis

Auf SRF zwei, in der SRF-Sport-App und auf srf.ch/sport zeigen wir den Viertelfinal von Roger Federer gegen Mischa Zverev am Dienstag um ca. 9 Uhr live.

Roger Federer spielt nicht gegen Andy Murray um den Halbfinal-Einzug in Melbourne. Das ist die erste gute Nachricht. Die zweite ist: Sein Gegner ist zwar ein Zverev – aber nicht Alexander.

Alexander Zverev wird nämlich eine grosse Zukunft prophezeit. Der 19-jährige (ATP 24) ist der einzige Teenager in den Top 90, hat bereits ein ATP-Turnier gewonnen und Anfang Monat beim Hopman Cup Federer geschlagen. Nicht wenige sehen in ihm bereits die künftige Weltnummer 1.

Eine Karriere unter dem Radar

Solche oder ähnliche Loblieder hörte man über Mischa Zverev nie. Der 29-Jährige hat in 12 Profi-Jahren noch kein Turnier gewonnen, steht gerade einmal bei 86 Siegen insgesamt auf der ATP-Tour.

Mischa Zverev war 2009 einst die Nummer 45 der Welt, heute ist er die Nummer 50. Dazwischen warfen ihn diverse Verletzungen immer wieder zurück, vor knapp einem Jahr war der Deutsche mit russischen Wurzeln gar nur noch auf Platz 1067 klassiert und dachte an Rücktritt.

«  Federer war mein Idol. Für mich ist er der beste Spieler aller Zeiten, schlicht phänomenal. Ich schaue mir immer seine Spiele im TV an. Nur schon vom Gedanken an das Duell gegen ihn bekomme ich Hühnerhaut. »

Mischa Zverev
über Roger Federer

Doch er biss sich – auch inspiriert von seinem jüngeren Bruder – durch. Der Lohn waren die Halbfinal-Quali 2016 in Basel (nach Sieg über Stan Wawrinka) und jetzt eben der Coup in Melbourne gegen die Weltnummer 1.

Ständig am Netz

Mischa Zverev pflegt einen Spielstil, den man längst als ausgestorben glaubte: Serve-and-Volley. Beim Viersatzsieg über Murray stürmte der 1,91 m grosse Linkshänder nicht weniger als 118 Mal ans Netz (und machte 65 Mal den Punkt). Die schnellen Verhältnisse kommen ihm entgegen.

«  Mir gefällt sein offensives Spiel. Er wird auch gegen mich ans Netz kommen und die Ballwechsel werden kurz sein. Das ist in meinem Sinn. Ich erwarte ein schwieriges Spiel. »

Roger Federer
über Mischa Zverev

Federer über Mischa Zverev

0:06 min, vom 23.1.2017

Obschon Federer den letzten Vergleich vor dreieinhalb Jahren auf Rasen gleich mit 6:0, 6:0 gewonnen hat, ist er gewarnt. Denn Mischa Zverev hat seine erstaunliche Bilanz gegen Top-10-Spieler mit dem Erfolg gegen Murray auf 6:12 verbessert. Gut, dass Federer zur Zeit nur die Nummer 17 ist.

Kommt es zum Schweizer Duell an den Australian Open?

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Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.1.17, 09:00 Uhr