Federer rauscht in den Viertelfinal

Roger Federer hat in Wimbledon seine erdrückende Dominanz ausgespielt. Dank einem 6:4, 6:2, 6:4 gegen einen chancenlosen Grigor Dimitrov (ATP 11) steht er in seinem 50. Grand-Slam-Viertelfinal überhaupt.

  • «Maestros» Lieblingszahl ist die 8 – passend dazu feiert er Sieg Nummer 88 in Wimbledon
  • In der nur 97-minütigen Partie steht Dimitrov jederzeit auf verlorenem Posten
  • Federers Gegner in dessen 15. Viertelfinal an der «Church Road»: Milos Raonic (Ka)

Einen kleinen Makel hatte die Demonstration Roger Federers doch noch. Zwei Games vor dem vermeintlich zügigen Matchende sah sich der 35-Jährige mit den ersten Breakchancen überhaupt konfrontiert.

Im 3. Anlauf konterte der 9 Jahre jüngere Grigor Dimitrov und glich im 3. Satz zum 4:4. aus. Es war dies ein letztes Aufbäumen des fehlerhaften Bulgaren, der in vielerlei Hinsicht überfordert wirkte. Darum unterlag die Weltnummer 11 auch im 6. Duell mit dem Schweizer.

Längster Ballwechsel bei Federer - Dimitrov

0:30 min, vom 10.7.2017

Ein Federer in Bestform

So krallte sich Federer das verlorene Break prompt zum 5:4 zurück. Und, als er endgültig auf die Zielgerade eingebogen war, liess sich der 7-fache Wimbledon-Champion in Bestform nichts mehr zuschulden kommen.

Zuvor hatten die Fans auf dem Centre Court weitgehend Einbahntennis gesehen. Im 1. Umgang bewies der Baselbieter einmal mehr perfektes Timing, indem er Dimitrov den Aufschlag zum 5:4 abnahm. In Satz 2 zerlegte er seinen Widersacher dann fast schon in Einzelteile.

Das krasse Ungleichgewicht zwischen den beiden lässt sich auch an diesen Zahlen ablesen:

  • Im 1. Durchgang gibt Federer bei eigenem Aufschlag nur gerade 4 Punkte ab
  • Dimitrov produziert 7 Doppelfehler – der Schweizer keinen einzigen
  • Das Punktetotal lautet 95:71 zugunsten Federers

Ausgeruht vs. ausgepowert beim Wiedersehen

Federer verpuffte somit auf dem Weg in seine 15. Wimbledon-Viertelfinals so wenig Energie wie nur möglich und ist weiterhin ohne Satzverlust. Sein nächster Gegner am Mittwoch dagegen, Milos Raonic (ATP 7), hat aus der Runde der letzten 16 einen Fünfsätzer in den Knochen.

Der Kanadier setzte sich mit 4:6, 7:5, 4:6, 7:5, 6:1 gegen Alexander Zverev (De/ATP 12) durch. Federer dürfte trotz der ungleichen Kraftreserven gewarnt sein: Er führt im Head-to-Head zwar mit 9:3, verlor aber die letzten beiden Direktduelle. So unterlag er zuletzt vor einem Jahr Raonic im Wimbledon-Halbfinal nach 5 Sätzen.

Raonic gewinnt Service-Schlacht gegen Zverev

1:06 min, vom 10.7.2017

2016 im Halbfinal: Federer scheitert an Raonic

5:44 min, aus sportaktuell vom 8.7.2016

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.07.2017 18:00 Uhr