Federer zaubert sich in den US-Open-Final

Roger Federer steht zum ersten Mal seit 2009 im US-Open-Final. Der 34-Jährige liess im Schweizer Duell Stan Wawrinka keine Chance und siegte mit 6:4, 6:3, 6:1. Federer steht mittlerweile bei 28 gewonnenen Sätzen in Serie.

Ein Abnützungskampf, ja gar eine Schlacht war von vielen Experten im Vorfeld des «Swiss Showdown» in New York erwartet worden. Was sich als Partie auf Augenhöhe angekündigt hatte, wurde aber in Tat und Wahrheit zur grossen Roger-Federer-Gala.

Wie schon in den Runden zuvor trat Federer entfesselt auf. Er servierte äusserst stark, konnte die Grundlinien-Duelle problemlos mitgehen und rückte immer wieder erfolgreich ans Netz vor. Die Zahlen bestätigen die (subjektiven) Eindrücke: Federer schlug 10 Asse, gewann 80 Prozent der Punkte bei erstem Aufschlag, punktete bei 22 von 29 Netzangriffen und schlug insgesamt 29 Winner.

«  Es war wichtig, gleich zu Beginn die Breakbälle abzuwehren. »

Roger Federer

Es war aber nicht so, dass Wawrinka im ersten rein schweizerischen Grand-Slam-Halbfinal nicht seine Chancen gehabt hätte. So insbesondere im ersten Satz, als er vier Breakchancen ungenutzt liess und sich selbst um einen resultatmässig gelungenen Start brachte. «Es war wichtig, gleich zu Beginn die Breakbälle abzuwehren. Das war rückblickend seine letzte Chance», analysierte Federer nach der Partie.

Wawrinka: «Er war einfach zu gut» (Quelle: SNTV)

2:47 min, vom 12.9.2015

Tatsächlich konnte sich Wawrinka in den Sätzen 2 und 3 keine Möglichkeiten zum Servicedurchbruch mehr erspielen. Auf Federers Breaks zum 4:3 im zweiten und zum 3:1 im dritten fand der 30-Jährige keine Antwort mehr. Nach anderthalb Stunden verwertete Federer seinen zweiten Matchball standesgemäss mit einem Ass.

Weiteres Duell mit Djokovic

Im Endspiel kommt es zum Duell mit Novak Djokovic. Die Weltnummer 1 bekundete mit ihrem Halbfinal-Gegner Marin Cilic (ATP 9) ebenfalls keinerlei Probleme und siegte 6:0, 6:1, 6:2.

«  Djokovic ist der Spieler des Jahres. »

Roger Federer

Für seinen Finalgegner findet Federer nur lobende Worte. «Es kommt nicht überraschend, dass er im Halbfinal steht. Er ist der Spieler des Jahres. Vor allem auf Hartplatz ist es schwer, ihn zu schlagen», würdigt der Baselbieter seinen Kontrahenten. Dennoch geht er zuversichtlich in das bereits 42. Duell mit dem Serben: «Ich hoffe, dass ich weiter so offensiv spielen kann. Das hat in Cincinnati ja gut funktioniert.» Damals setzte sich der Schweizer im Final klar in zwei Sätzen durch.

Bald alleiniger Rekordsieger?

Für Federer ist es bereits der siebte Final in Flushing Meadows. Mit einem sechsten Triumph am Sonntag könnte der 34-Jährige zum alleinigen Rekordsieger von Flushing Meadows avancieren - vor Pete Sampras und Jimmy Connors.

Sendebezug: SRF, laufende Berichterstattung zu den US Open.