Monfils: «Ich wollte in seinen Kopf»

Mit seinem kuriosen Auftritt im Halbfinal gegen Novak Djokovic erhitzte Gaël Monfils die Gemüter. Der Franzose hat eine Erklärung für seine «Taktik» und reagiert auf die Kritik an seiner Leistung.

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Bildlegende: Sorgte für Gesprächsstoff Gaël Monfils. Keystone

Die Zuschauer im Arthur Ashe Stadium trauten ihren Augen nicht. Monfils lag gegen Djokovic nach einem völlig verpatzten Start schnell mit 0:5 in Rückstand. Der Franzose wirkte überfordert und lustlos, bisweilen gar apathisch. Es schien, als wollte er den Satz so schnell wie möglich hinter sich bringen. Doch auch in Durchgang 2 ging es im gleichen Stil weiter.

«  Ich wollte Djokovic aus der Komfortzone locken. »

Gael Monfils

Monfils hatte eine Erklärung für seinen Auftritt parat: «Beim Stand von 0:5 im 1. Satz musste ich etwas ändern. Ich habe versucht, in seinen Kopf zu kommen und ihn aus dem Konzept zu bringen, ihn aus seiner Komfortzone zu locken.» Dies gelang ihm zwar bedingt, vor allem wurde seine Spielweise aber kritisiert. So warf ihm Tennis-Legende John McEnroe unprofessionelles Verhalten vor.

«Das macht mich natürlich traurig, dass er so etwas sagt. Wenn er mich unprofessionell nennt, dann nennt er mein ganzes Team unprofessionell», reagierte Monfils auf die Aussage McEnroes. «Er muss aber wissen, dass ich mein Bestes versucht habe. Ich mache sicher Fehler, aber ich versuche, wieder aufzustehen.»

«  Ich spiele nicht für andere Leute. »

Gael Monfils

Monfils kämpft mit Beschwerden

1:15 min, vom 10.9.2016

Auch das Publikum war alles andere als zufrieden mit dem, was Monfils auf dem Platz bot. Im 2. Satz liessen die Fans ihrem Ärger freien Lauf, ein Pfeifkonzert hallte durch das Stadion. «Das gehört einfach dazu», so Monfils. «Aber ich habe mich entschieden, so zu spielen. Ich spiele nicht für andere Leute. Ich spiele für mich und versuche zu gewinnen.»

Anderes Gesicht im 3. Satz

Erst im 3. Satz drehte Monfils plötzlich mächtig auf, sorgte dabei aber weiterhin für Aufsehen. Nach fast jedem Ballwechsel schien er mit den Kräften völlig am Ende zu sein, auch das Knie schien ihm Probleme zu machen. Dies, um sogleich wieder über den Platz zu hetzen. Gegen einen sichtlich verwirrten und genervten Djokovic sicherte er sich schliesslich tatsächlich den Durchgang. Nachdem sich der Serbe aus Ärger das Shirt zerrissen hatte, fing dieser sich aber wieder und entschied die verrückte Partie doch noch für sich.

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Djokovic und Monfils liefern sich bizarres Match

4:52 min, vom 10.9.2016

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 09.09.2016, 21:00 Uhr