Mühe mit den «Grossen»: Wawrinka-Gegner Nishikori

In seinem 3. US-Open-Halbfinal trifft Stan Wawrinka auf Kei Nishikori. Der Japaner gehört zu den Besten der Welt – spielt aber selten gut gegen die Besten der Welt.

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Nishikori: «Bin kein Lautsprecher» (englisch)

1:38 min, vom 8.9.2016

Es wäre vermessen, zu behaupten, ein «Gong» hätte Kei Nishikori den Halbfinal-Einzug an den US Open eingebracht. Dazu beigetragen hatte der schrille Alarmton aber allemal. Etwas überraschend bezwang der Japaner nämlich Mitfavorit Andy Murray.

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Bildlegende: Selber überrascht Kei Nishikori nach seinem Triumph über Andy Murray. Imago

Überraschend nicht nur, weil Murray vor dem Turnier als grösster Djokovic-Herausforderer proklamiert wurde. Überraschend auch deshalb, weil sich Nishikori in jüngster Vergangenheit mit «grossen» Gegnern häufig schwer tat.

Der in Florida wohnhafte Japaner ist seit Ende 2014 und seinem Final-Vorstoss in New York konstant in den Top 8 vertreten, gegen seine gleich- oder besserklassierten Kollegen konnte er allerdings selten reüssieren. Heuer hiessen seine Bezwinger in 9 von 14 Fällen Novak Djokovic, Andy Murray oder Rafael Nadal (ausgenommen 2 verletzungsbedingte Aufgaben).

Bizarrer Auftritt in Rio

An den Olympischen Spielen gelang Nishikori im Bronzespiel gegen Nadal einer dieser seltenen Erfolge – allerdings unter speziellen Umständen. Nachdem Nadal einen 3. Satz erzwingen konnte, verschwand Nishikori für 12 Minuten in der Garderobe und brachte den Spanier damit völlig aus dem Tritt. Im Nachhinein kam raus: Nishikori hatte eine Dusche genommen.

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TV-Hinweis

Den Halbfinal von Stan Wawrinka sowie die 2. Semifinal-Begegnung zwischen Novak Djokovic und Gaël Monfils können Sie am Freitag ab 21:10 Uhr live auf SRF info mitverfolgen.

Zu den «grossen» Gegnern würde auch Wawrinka gehören. Doch ausgerechnet der Romand verhalf Nishikori zu seinem einzigen Erfolg gegen einen Top-8-Spieler heuer auf der Tour: Im Viertelfinal des Rogers Cup verlor die fehleranfällige und aufschlagschwache Weltnummer 3 in 2 Sätzen.

Göttliche Popularität

Zudem läuft Nishikori im letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres jeweils zu Höchstform auf. In New York hat er nämlich noch nie gegen einen Top-10-Spieler verloren (5:0). Es wird also wohl, wie von beiden Seiten angekündigt, ein «schwieriges Match».

Freuen dürfte ein allfälliger Final-Einzug des Japaners vor allem auch seine Landsleute. In seiner Heimat ist der 26-Jährige ein Star, fast schon gottgleich. Allerdings verbringt er nur maximal 3 Wochen pro Jahr in Japan – die intensive Vergötterung und die Notwendigkeit von Bodyguards rund um die Uhr setze ihm zu.

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Nishikori wirft Murray im Viertelfinal raus

4:47 min, vom 8.9.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zu den US Open