Wawrinka zieht den Kopf aus der Schlinge

Stan Wawrinka geht in der 3. Runde der US Open durch ein Stahlbad. Gegen einen lange verblüffenden Daniel Evans (ATP 64) macht er 2 Mal einen Satzrückstand wett, wehrt einen Matchball ab. Mit 4:6, 6:3, 6:7, 7:6, 6:2 hält er sich im Turnier.

  • Der Abnützungskampf im Louis-Armstrong-Stadion dauert 4:02 Stunden
  • Wawrinkas zwiespältige Bilanz: 58 Winnern stehen 64 unerzwungene Fehler gegenüber
  • Statt frühestem New-York-Out seit 2011 steht der Romand zum 5. Mal in Folge im Achtelfinal
  • Dort kann er einem Duell mit Nick Kyrgios ausweichen und trifft dafür auf Ilja Martschenko

Stan Wawrinka hat in der 3. Runde nach knapp dreieinhalb Stunden das Ausscheiden vor Augen. Er sah sich sogar mit einem Matchball konfrontiert. Doch dann riss die Weltnummer 3 das Ruder in der äusserst zähen Partie gegen Daniel Evans (ATP 64) doch noch herum. Damit hält er die Schweizer Fahne in der Einzelkonkurrenz der US Open hoch.

Daniel Evans sitzt auf einem Stuhl. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Daniel Evans Irgendwann war das Stehaufmännchen doch am Ende. Keystone

Nach Wawrinkas zweiter Korrektur eines Satzrückstandes schien beim phasenweise überragend auftrumpfenden Briten der Widerstand gebrochen. Vor allem waren seine «körperlichen Batterien» allmählich aufgebraucht.

Lobende Worte für den Gegner

Der Waadtländer lancierte dank Break den Entscheidungssatz optimal. Er lag schnell 4:0 vorn, hatte nochmals einen Durchhänger, um kurze Zeit später den Sack doch zuzumachen.

«Der Druck war permanent hoch – nicht nur beim Matchball», sagte er hinterher im Platzinterview. Und der 31-Jährige vergass nicht, seinem Gegner für «eine hochklassige Leistung» Respekt zu zollen. Er habe lange Mühe gehabt, sein bestes Spiel zu finden. «Er zwang mich mit der Fortdauer dazu, mein System umzustellen, ich musste aggressiver auftreten», resümierte Wawrinka.

Drama pur: Das 2. Tiebreak in seiner vollen Länge

12 min, vom 4.9.2016

Perfekter Volleystopp als Antwort

Nach einem Fehlstart (4:6), gefolgt von einem eklatanten Steigerungslauf erweckte es den Anschein, als hätte der 2-fache Grand-Slam-Champion schon im 2. Umgang das Rezept gegen Evans gefunden.

Doch nach dem lockeren Satz-Ausgleich handelte sich Wawrinka mit einem mangelhaften Tiebreak abermals einen Rückstand ein. Nerven aus Stahl waren in der Kurzentscheidung des 4. Durchgangs gefragt: Der Schweizer musste einen Matchball abwehren (was mit einem perfekten Volleystopp glückte) und benötigte selbst 3 Satzbälle zum 10:8, ehe er durchschnaufen und die Begegnung in extremis drehen konnte.

Martschenko als vermeintlich einfacherer Kontrahent

In seinem 5. Flushing-Meadows-Achtelfinal in Folge wartet überraschend Ilja Martschenko, der als Weltnummer 63 im Ranking unmittelbar vor Evans liegt.

«  Ich brauche zunächst Zeit zum Verdauen, dann sehen wir weiter. »

Stan Wawrinka

Der Ukrainer profitierte gegen Nick Kyrgios (ATP 16) beim Stand von 2:1-Sätzen von der Aufgabe des Australiers, der über Hüftprobleme klagte. Wawrinka gewann den bisher einzigen Vergleich mit Martschenko Anfang dieses Jahres locker.

Noch auf dem Court war er vom frenetischen Publikum für sein beeindruckendes Comeback voreilig zum Turniersieger hochgelobt worden. Der Romand dazu: «Ich brauche zunächst Zeit zum Verdauen, dann sehen wir weiter.»

Zu was ist Wawrinka nach dieser Willensleistung in New York noch fähig?

  • Das geht nicht mehr lange gut – out im Achtelfinal

    6%
  • Viertelfinal

    15%
  • Halbfinal

    29%
  • Final

    18%
  • Wer einen solchen Match noch dreht, gewinnt das Turnier

    30%
  • 2604 Stimmen wurden abgegeben

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zu den US Open