Ein Jahr zum Vergessen

Die Tennissaison ist noch nicht einmal 3 Monate alt. Und doch gibt es bereits so viele Negativ-Schlagzeilen wie sonst in einem ganzen Jahr nicht. Ein kleiner Rückblick – verbunden mit der Hoffnung auf Besserung.

    • 1.
      Der Wettbetrug
      Das Jahr startete für die Tennisprofis denkbar schlecht. Am Abend vor dem Beginn der Australian Open machten die «BBC» und «Buzzfeed» eine Meldung publik, wonach mehrere Top-Spieler in Spielabsprachen verwickelt sein sollen. Dieses Thema beschäftigt die Tenniswelt noch immer, konkrete Namen und Vorfälle wurden bislang aber (noch immer) nicht genannt.
      So titelte der «Blick» am 19. Januar. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Spiel, Satz und Betrug So titelte der «Blick» am 19. Januar. SRF

    • 2.
      Die Federer-Verletzung
      Erst wurde Roger Federer im Australian-Open-Halbfinal zwei Sätze lang von Novak Djokovic vorgeführt, tags darauf zog er sich eine Meniskus-Verletzung am Knie zu. Die Folge war eine mehrwöchige Pause. Etwas, das man sich beim Schweizer nicht gewöhnt ist. Federer musste die Turniere in Dubai, Rotterdam und Indian Wells absagen und kehrte erst diese Woche in Miami auf die Tour zurück.
      Der «Guardian» über die Meniskus-Verletzung von Roger Federer. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Muss wochenlang aussetzen Der «Guardian» über die Meniskus-Verletzung von Roger Federer. SRF

    • 3.
      Das Doping-Geständnis
      Das wohl grösste Erdbeben ereignete sich Anfang März in Los Angeles. Maria Scharapowa lud die Medien in ein Hotel ein, um «grosse News» zu verkünden. Vielerorts hatte man mit dem Rücktritt oder einer Schwangerschaft der verletzungsanfälligen Russin gerechnet, doch ganz bestimmt nicht mit einem Dopinggeständnis. Wie lange Scharapowa gesperrt wird, ist noch unklar. Fürs Frauentennis ist diese Enthüllung ein herber Rückschlag: Mit der fünffachen Grand-Slam-Siegerin fehlt der WTA-Tour eines der grössten Aushängeschilder.
      Die Titelseite der «Gazzetta dello Sport». Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Der bislang wohl grösste «Shock» Die «Gazzetta dello Sport» über das Dopinggeständnis von Maria Scharapowa. SRF

    • 4.
      Die Sexismus-Debatte
      Es hätte der grosse Final-Tag in Indian Wells werden sollen. Serena Williams, die das Turnier in der kalifornischen Wüste aufgrund von Rassismus-Vorfällen jahrelang gemieden hatte, stand erstmals seit 2001 wieder im Final. Doch just an jenem Morgen sorgte Turnier-CEO Raymond Moore mit abfälligen Aussagen gegenüber dem Frauentennis für Schlagzeilen. «Wenn ich eine Spielerin wäre, würde ich jeden Abend auf die Knie gehen und Gott dafür danken, dass Roger Federer und Rafael Nadal geboren wurden», sagte er beispielsweise. Oder: «Die Frauen befinden sich lediglich im Schlepptau der Männer.» Die Konsequenz: Moore musste nur wenige Stunden später seinen Hut nehmen.
      Ray Moore sorgt auch bei «Think Progress» für Schlagzeilen. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Unnötige Aussagen Ray Moore sorgt auch bei «Think Progress» für Schlagzeilen. SRF

    • 5.
      Die Preisgeld-Debatte
      Novak Djokovic äusserte sich ebenfalls zu den Vorfällen rund um Moore und stiess gleichzeitig die bereits oft diskutierte Preisgeld-Debatte an. Die Männer sollten dafür kämpfen, mehr Geld zu generieren. Schliesslich würden Statistiken beweisen, dass das Männertennis derzeit besser vermarktet werden könne als das weibliche Pendant. Auch hier folgten die Reaktionen prompt - und heftig. Djokovic sah sich gezwungen, seine Aussagen zu relativieren. Das letzte Wort in dieser Debatte dürfte aber noch nicht gesprochen sein.
      Djokovic heizte die Diskussion um gleiches Preisgeld mit seinen Kommentaren an. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Ungeschickte Äusserungen Djokovic heizte die Diskussion um gleiches Preisgeld mit seinen Kommentaren an. SRF

    • 6.
      Der Mordverdacht
      Die nächste Schock-Meldung: Der Coach des niederländischen Profis Robin Haase soll in einen Mordfall verstrickt sein. Mark de Jong wurde am Flughafen nach der Rückkehr aus Indian Wells festgenommen. Er wird mit dem Mord an Koen Everink in Verbindung gebracht. Der Geschäftsmann wurde Anfang März erstochen in seinem Haus aufgefunden. «Ich bin geschockt. Mehr kann ich dazu nicht sagen im Moment», sagte Haase in einer ersten Stellungnahme.
      Robin Haase. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Der negative Höhepunkt Kurz vor Ostern erschütterte diese Meldung die Tenniswelt. SRF

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Sendebezug: Laufende Berichterstattung Tennis