Scharapowas Comeback ist Görges' Pech

Nach 15-monatiger Sperre kehrt Maria Scharapowa am Mittwoch mit einer Wildcard auf die WTA-Tour zurück. Leidtragende dabei ist die deutsche Fed-Cup-Matchwinnerin Julia Görges.

Maria Scharapowa Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Darf ab Mittwoch wieder spielen Maria Scharapowa IMAGO

Am WTA-Turnier in Stuttgart stehen neben der Weltranglisten-Zweiten Angelique Kerber auch sieben weitere Top-Ten-Spielerinnen am Start. Doch mehr als die Topbesetzung gibt die Wildcard für Maria Scharapowa zu reden. Die ehemalige Nummer eins, die nicht mehr im Ranking geführt wird, darf nach ihrer 15-monatigen Sperre wegen Meldonium-Missbrauchs ab Mittwoch wieder spielen.

«  Mein schönstes Geburtstagsgeschenk war zu erfahren, dass ich wieder spielen darf. »

Maria Scharapowa

Wildcards werden in der Regel an einheimische oder wiedergenesene Spieler abgegeben. Dass eine Dopingsünderin eine solche erhält, ist ungewöhnlich. Für Scharapowa, welche am 19. April ihren 30. Geburtstag feierte, ist diese Einladung das Grösste. «Mein schönstes Geburtstagsgeschenk war zu erfahren, dass ich wieder spielen darf», so die dreifache Stuttgart-Siegerin gegenüber ZDF.

Unverständins bei den Gegnerinnen

Bei ihren Kontrahentinnen löst diese Wildcard jedoch Kopfschütteln aus. Agnieszka Radwanska (WTA 8) könnte in der 2. Runde auf die Russin treffen. Sie kritisiert: «Wildcards sollten Spielerinnen bekommen, die verletzt oder krank waren und nicht jene, die gerade von einer Doping-Sperre zurückkehren».

«  Ich möchte mich dazu nicht äussern. »

Julia Görges

Julia Görges muss in Stuttgart zuschauen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trotz Erfolg im Fed Cup Julia Görges muss in Stuttgart zuschauen Keystone

Görges' emotionale Achterbahnfahrt

Bitter ist dieser Wildcard-Entscheid für die Deutsche Julia Görges (WTA 45). Sie gewann 2011 in Stuttgart und war dieses Wochenende die Matchwinnerin im Fed Cup gegen die Ukraine.

Dieses Jahr wird sie in Stuttgart nicht am Start sein. Denn die anderen 2 Wildcards wurden vom Veranstalter an Laura Siegemund und Johanna Konta vergeben.

Für Görges ist diese Vergabe unverständlich. «Ich möchte mich dazu nicht äussern. Ich glaube, meine zwei Siege am Wochenende haben genug gesagt».

Auch in Rom und Madrid am Start

Dass die Kritik an Scharapowas Sonderbehandlung verstummen wird, ist eher unwahrscheinlich. Für die Turniere in Rom und Madrid hat die Russin ebenfalls eine Wildcard bekommen. Über eine weitere Wildcard für die French Open in Paris wird am 15. Mai entschieden.

Verstehen Sie Scharapowas Gegnerinnen?

  • Optionen

Sendebezug: Radio SRF1, Morgengespräch 24.04.2017, 06:20 Uhr