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Die Gefahren von frühen Erfolgen und frühem Ruhm im Sport
Aus Tokyo konpakuto vom 05.08.2021.
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Erfolgreiche Kinder in Tokio Wann ist jung zu jung an Olympia?

In Tokio glänzen auch Athleten und Athletinnen, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Problematisch, meint Sportpsychologe Hanspeter Gubelmann.

Die Thematik ist nicht neu, erhielt aber in Tokio wieder neuen Auftrieb: Sollen Kinder an einem Grossanlass wie den Olympischen Spielen zugelassen werden? Können sie mit dem Rummel umgehen, den eine allfällige olympische Medaille mit sich bringt?

Nein, meint ETH-Sportpsychologe Hanspeter Gubelmann. Gerade im Fall der 14-jährigen Wasserspringerin Quan Hongchan (CHN), die mit einer fast perfekten Darbietung vom 10-Meter-Turm Olympiagold gewonnen hatte, dürfte die Quittung wohl noch folgen.

Da wird sehr viel Druck sein, da werden sehr viele Ansprüche entstehen.
Autor: Hanspeter GubelmannSportpsychologe ETH

«Das Sportsystem China wird das Beispiel propagieren. Ich bin überzeugt, dass das System nicht immer behutsam mit den jungen Sportlerinnen und Sportlern umgeht. Da wird sehr viel Druck sein, da werden sehr viele Ansprüche entstehen», sagt Gubelmann.

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Hongchan nahe an der Perfektion
Aus Tokyo konpakuto vom 05.08.2021.
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Zeichen setzen mit Alterslimite?

Auch in anderen Sportarten wie Tischtennis oder Schwimmen nahmen Teenager teil. Sehr jung war ausserdem das Teilnehmer-Feld im Skateboarden der Frauen, wo 4 der 6 Medaillen an Kinder gingen, die noch keine 14 Jahre alt sind.

Gubelmann wirft deshalb nochmals die Frage auf, ob man so junge Athleten an den Olympischen Spielen haben will oder ob man nicht ein klares Zeichen in Richtung Erwachsenen-Spitzensport mit dem Ziel einer langfristigen Karriere und einer Alterslimite von 18 Jahren setzen will.

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13-jährige Japanerin stellt auf dem Skateboard alle in den Schatten
Aus Tokyo 2020 Clips vom 26.07.2021.
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Kuriose Einschränkung an den Jugendspielen

Welche Folgen jugendliche Erfolge haben können, zeigte sich in der Historie anderer Sportarten wie etwa dem Turnen: Nachdem die Rumänin Nadia Comaneci 1976 in Montreal als 14-Jährige dreimal Olympia-Gold gewonnen hatte, weiteten erfolgsbesessene Trainer ihr knallhartes Training auf immer jüngere Sportler aus – die Methoden gingen hin bis zu schwerem Missbrauch. Im Kunstturnen gibt es deshalb mittlerweile ein Mindestalter von 16 Jahren.

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Als Comaneci in Montreal Perfektion zeigte
Aus Sport-Clip vom 18.07.2020.
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Das IOC wirkte der Entwicklung ausserdem mit der Gründung von Olympischen Jugendspielen entgegen. Weil dort aber nur Sportlerinnen und Sportler zugelassen sind, die Ende Jahr mindestens 15 sind, wären kurioserweise mehrere Medaillengewinnerinnen im Skateboard der Frauen zu jung für eine Teilnahme.

SRF zwei, sportlive, 06.08.2021, 01:55 Uhr;

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Luca Hess  (LHE)
    Ist eine Veranstaltung für alle. Wenn ein 14 jähriger besser ist als solche mit 14 Jahren Erfahrung soll er auch mitmachen. Oder wollen wir die besten nicht dabei haben an einer Olympiade?
  • Kommentar von Max Moriz  (Max und Moriz)
    Sport? Ekelhaft.
  • Kommentar von Andreas Schick  (Andreas Schick)
    Ganz ehrlich, wer will schon Teenager an einer Olympiade sehen. Das ist einfach krank und man darf sich fragen, wie das IOC das überhaupt bewilligen konnte. Schlichtweg verpennt.