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Sanz Lanz überzeugt in Tokio Bei Leichtwind ist der Kleinste der Grösste

Der Windsurfer Mateo Sanz Lanz gilt als Leichtwind-Spezialist. Dank zusätzlichem Krafttraining kann er jedoch auch bei auffrischendem Wind mithalten.

Sanz Lanz
Legende: Der Kleinste im Feld Mateo Sanz Lanz. Keystone

Es war ein Paukenschlag: Mateo Sanz Lanz eröffnete in Tokio seine 2. persönlichen Olympischen Spiele am Sonntag mit 2 Laufsiegen. Und zwar in einer dominanten Art und Weise. Selber blieb der spanisch-schweizerische Doppelbürger gelassen: «Es war ein traumhafter Auftakt, aber die Serie dauert noch lange. Ich nehme einfach Tag für Tag.»

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Am Mittwoch ist Mateo Sanz Lanz wieder im Einsatz. Die Läufe 7-9 an den Olympischen Spielen finden ab 05:00 Uhr Schweizer Zeit statt.

Die bescheidene und zurückhaltende Art zeichnet den 27-Jährigen aus. Für Tom Reulein, Teamchef der Schweizer Segler, ist Sanz Lanz manchmal sogar zu anständig: «Taktisch dürfte er etwas forscher ans Werk gehen.» Gemeint sind insbesondere die Starts: Hier besteht Verbesserungspotenzial.

Mateo musste an Muskeln zulegen, ohne sein Gefühl für das Brett zu verlieren.
Autor: Tom ReulinTeamchef der Schweizer Segler

Aufgewachsen ist Sanz Lanz auf den Balearen, genauer gesagt auf der Insel Formentera. Sein Vater war Matrose und später Taxiboot-Kapitän, die Mutter kommt ursprünglich aus dem oberaargauischen Huttwil. Seine Schweizerdeutsch-Kenntnisse halten sich allerdings in Grenzen.

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Archiv: Sanz Lanz überzeugt in den ersten beiden Läufen
Aus Tokyo konpakuto vom 25.07.2021.
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In der Schweiz mehr Unterstützung

Die Herkunft seiner Mutter ist jedoch dafür verantwortlich, dass Sanz Lanz für die Schweiz am Start ist. Sein spanischer Trainer Asier Fernandez erhoffte sich für die Olympischen Spiele in Rio 2016 mehr Unterstützung vom schweizerischen Verband und fädelte den Nationenwechsel ein.

Die Spiele unter dem Zuckerhut endeten für Sanz Lanz allerdings enttäuschend. Er verpasste sein Minimalziel, das Medal Race. «Ich machte zu viele Fehler», gab er sich in der Analyse selbstkritisch. Hinzu kam: Kurz vor seinem ersten Einsatz schwächte ihn eine virale Erkrankung und die Windbedingungen waren für den nur 62 kg leichten Athleten am oberen Limit.

Vom Leichtgewicht zum Modellathleten

Die Erkenntnisse von Rio waren klar: Um mit den Besten der Welt mithalten zu können, musste Sanz Lanz körperlich zulegen. Nur wenn es gelingen würde, bei mehr Wind den Abstand zur Weltspitze in Grenzen zu halten, konnte ein grosser Erfolg anvisiert werden. «Es war eine Gratwanderung», erzählt Reulein rückblickend, «Mateo musste an Muskeln zulegen, ohne sein Gefühl für das Brett zu verlieren».

Heute bringt Sanz Lanz gut 68 kg auf die Waage. Damit ist er immer noch einer der leichtesten Favoriten für die Medaillen, aber er ist robuster geworden. Und nachdem der Taifun No 8 an Tokio vorbei in nördlicher Richtung weitergezogen ist, sehen die Prognosen für die nächsten Tage nicht übermässig viel Wind vor.

SRF zwei, sportlive, 25.07.2021 23:15 Uhr;

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