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Zumutung mit Ansage Tokios Spiele am Rande des Hitzschlags

Verbrannte Füsse, glühende Köpfe, kollabierende Kreisläufe: Ganz Olympia ächzt unter der brütenden Hitze in Tokio.

Die russischen Beachvolleyballerinnen Nadesda Makroguzowa und Swetlana Kholomina brüten vor sich hin.
Legende: Zunge raus Die russischen Beachvolleyballerinnen Nadesda Makroguzowa und Swetlana Kholomina brüten vor sich hin. Reuters

Hockeyspielerinnen werden auf dem Feld gebraten wie Spiegeleier, Beachvolleyballer versengen sich im brennend heissen Wüstensand die Füsse, selbst auf dem Wasser ist der Hitzschlag stets gefährlich nahe: Olympia ächzt unter brutalen Verhältnissen und sehnt sich nach Abkühlung. Diese soll es in Tokio zwar bald in Form eines Taifuns geben. Doch der schafft einerseits neue Probleme und bringt andererseits leidenden Sportlern wie Nike Lorenz keine Akuthilfe.

«Der Kopf glüht. Aber auch die Füsse – der Boden ist so heiss», sagte die deutsche Hockey-Spielerin nach dem Sieg am Sonntag gegen Grossbritannien. Bei Anpfiff um 9:30 Uhr zeigte das Thermometer bereits 31 Grad. Weil es viele Unterbrechungen gab, mussten Lorenz und Kolleginnen weit über ihrem Garpunkt auf der 91x55 Meter grossen Herdplatte ausharren. «Das hält man keine zwei Wochen aus», sagte Lorenz.

Immerhin: Die Hockeyspielerinnen dürfen Schuhe tragen – die Beachvolleyballer spielen ohne. Fast 50 Grad betrug mitunter die Sandtemperatur, Trainingseinheiten wurden wegen verbrennender Fusssohlen unterbrochen.

Rekord: Tokio löst wohl Los Angeles ab

Forscher haben ermittelt, dass die Spiele in Tokio die heissesten der Geschichte werden dürften. Bislang hält Los Angeles 1984 mit durchschnittlich 32,1 Grad den Rekord.

Eine Zumutung mit Ansage: «Die Spiele im Juli und August abzuhalten, war als Problem lange vor Corona bekannt», meinte Haruo Ozaki von der Tokioter Mediziner-Vereinigung. Zwischen Juni und September 2019 waren in Japan 71'000 Menschen wegen Hitzschlägen in Behandlung, 118 starben.

Taifun kommt – und sorgt für Chancen

Dabei könnten sich die Sorgen zeitnah ins Gegenteil verkehren: Vor Japan hat sich Tropensturm «Neparak» gebildet, am Mittwoch soll er auf Land treffen – was vor allem den Wassersportlern in der Bucht von Tokio Probleme bereiten könnte.

Dass Probleme bekanntlich aber auch nur dornige Chancen sind, weiss der australische Olympia-Surfer Owen Wright. «Es sind Wellen auf dem Weg», schrieb er auf Instagram: «Let's go!»

SRF zwei, sportlive, 25.07.2021, 01:55 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Frankie Otero  (Nick Name)
    Hauptsache der Rubel rollt und die Funktionäre können davon möglichst viel in die eigene Tasche abzweigen. Dann kann man nun wirklich nicht auf so sentimentale Dinge wie das Wohlergehen der Sportler Rücksicht nehmen...! Immerhin, wenigstens wurde diesmal ein Sportanlass oder Teile davon nicht an einen Diktator und Verbrecher verschachert.
  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Erste olympische Spiele, die mich sportlich so ziemlich gar nicht interessieren.