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SRF bewegt Sport hat ein gutes Image – aber Jugendliche bewegen sich weniger

Eine neue Studie zeigt: Jugendliche treiben über 5 Stunden Sport pro Woche. Sport ist beliebt. Allerdings nimmt die sportliche Aktivität nach dem 13. Lebensjahr kontinuierlich ab.

Ein Junge sitzt hinter einer Glasscheibe und schaut aus sein Handy.
Legende: Smartphones: Sind sie ein Grund, weshalb sich Jugendliche weniger bewegen als früher? Keystone

Die Jugendlichen in der Schweiz sind sportbegeistert. Zählt man alle Sportaktivitäten ausserhalb des Sportunterrichts zusammen, so kommen die 10- bis 14-Jährigen auf durchschnittlich 6,6 Stunden Sport pro Woche, die 15- bis 19-Jährigen auf 5,6 Stunden. Im Vergleich zu 2008 ist die Sportaktivität der Jugendlichen allerdings rückläufig.

Die Sportaktivität der Jugendlichen nimmt nach dem 13. Lebensjahr kontinuierlich ab. Auf sämtlichen Altersstufen machen die jungen Männer mehr Sport als die jungen Frauen.

Junge machen mehrere Sportarten nebeneinander

Die Jugendlichen können aus einer breiten Palette von Sportarten auswählen und nutzen dieses Angebot ausgiebig, indem sie vieles ausprobieren. Der Trend, verschiedenste Sportarten nebeneinander zu betreiben, hat in den vergangenen sechs Jahren weiter zugenommen.

Bei den Knaben ist Fussball die klare Nummer 1, bei den Mädchen sind Tanzen, Turnen und Schwimmen besonders beliebt. Mit dem Alter verschieben sich die Sportartenpräferenzen, und man konzentriert sich auf etwas weniger Sportarten, bleibt aber polysportiv.

Generell hat Sport bei den Jugendlichen ein ausgezeichnetes Image

Sportunterricht leistet bei Kindern einen wichtigen Beitrag zur Fitness.
Legende: Sportunterricht leistet bei Kindern einen wichtigen Beitrag zur Fitness. Colourbox

Es gibt viele Gründe, weshalb man Sport treibt. Spass haben, fit und trainiert sein sowie Kolleginnen und Kollegen treffen sind für die Jugendlichen besonders wichtige Motive. Vor allem junge Männer suchen auch den Leistungsvergleich. Wer an Wettkämpfen und Sportevents teilnimmt, zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Sportaktivität aus.

14 Prozent der 10- bis 14-Jährigen und 20 Prozent der 15- bis 19-Jährigen bezeichnen sich als Nichtsportler. Die meisten Nichtsportler sind aber nicht überzeugte Sportmuffel. Sie haben mehrheitlich gute Sporterfahrungen gemacht und ein positives Sportbild. Sie üben gelegentlich trotzdem sportliche Bewegungsaktivitäten aus und möchten eigentlich gerne wieder mit richtigem Sporttreiben beginnen. Für ihre momentane Inaktivität machen sie vor allem die fehlende Zeit verantwortlich.

Die Jugendlichen auf dem Land treiben mehr Sport als die Jugendlichen in der Stadt. Mit zunehmendem Alter verschwinden die Stadt-Land-Unterschiede – nicht aber die Unterschiede zwischen den Sprachregionen. In der Deutschschweiz wird mehr Sport getrieben als in der französisch-und italienischsprachigen Schweiz.

Insbesondere Radfahren und Schwimmen sind in der lateinischen Schweiz deutlich weniger populär.

Die soziale Herkunft beeinflusst das Sportverhalten. Kinder von Eltern mit hoher Bildung und gutem Einkommen treiben überdurchschnittlich viel Sport. Unabhängig vom sozialen Status färbt auch die Sportbegeisterung der Eltern auf die Kinder ab.

Jugendliche mit Migrationshintergrund machen weniger Sport als Schweizer Jugendliche. Dafür ist in erster Linie ein ausgeprägter Geschlechterunterschied bei den Jugendlichen mit ausländischer Nationalität verantwortlich. Insbesondere Mädchen und junge Frauen aus Süd- und Südosteuropa sind sportlich weniger aktiv und machen deutlich seltener in Sportvereinen mit.

62 Prozent der 10- bis 14-Jährigen und 43 Prozent der 15- bis 19-Jährigen sind Mitglied in einem Sportverein. Die Kinder treten immer jünger in die Vereine ein und wechseln diese auch häufiger. Der Ausstieg aus dem Vereinssport verläuft kontinuierlich, beginnt bei den jungen Frauen aber früher als bei den jungen Männern. Kameradschaft, regelmässiges Training und Wettkämpfe sind wichtige Argumente für eine Vereinsmitgliedschaft. Viele Jugendliche beteiligen sich aktiv an der Vereinsarbeit, indem sie ein Amt übernehmen oder Helferdienste leisten.

 Die Knaben können besser skateboarden, die Mädchen besser Schlittschuh laufen.
Legende: Die Knaben können besser skateboarden, die Mädchen besser Schlittschuh laufen. Colourbox

Der Sportunterricht erhält von den Jugendlichen gute Noten und wird als spannend, gut organisiert und lehrreich eingeschätzt. Der Sportunterricht und der freiwillige Schulsport motivieren zum ausserschulischen Sporttreiben. Populär und beliebt sind zudem die Schneesportlager, an denen die Hälfte aller 10- bis 14-Jährigen und zwei Drittel aller 15- bis 19-Jährigen schon einmal teilgenommen haben.

Beim Velofahren, Schwimmen und Skifahren attestieren sich die meisten 10- bis 14-Jährigen gute Fertigkeiten. Die Knaben können besser skateboarden, die Mädchen besser Schlittschuh laufen. Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus finanziell weniger guten Verhältnissen können weniger gut Ski fahren

Rund ein Fünftel der Jugendlichen hat sich in den zwölf Monaten vor dem Interview beim Sporttreiben so verletzt, dass ein Arzt aufgesucht werden musste. Die meisten Verletzungen waren nicht gravierend und konnten ambulant behandelt werden.

Insgesamt hat die Bewegungszeit der Jugendlichen in den letzten sechs Jahren allerdings abgenommen.

Zur Studie

Die vorliegenden Befunde zum Sportverhalten beruhen auf einer repräsentativen Befragung der in der Schweiz lebenden Jugendlichen im Alter
von 10 bis 19 Jahren.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Gregory Lichtin, Solothurn
    Das stimmt nicht. Ich (14) zum Beispiel mache ca.7 Stunden pro Woche Sport und viele meiner Kolleg-/innen machen auch sehr viel sport (ca.5Stunden). Natürlich ist man oft am Smartphone, aber wegen dem hat man trotzdem noch Zeit um Sport zu treiben nebst der Schule.
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  • Kommentar von A.Specker, Zürich
    Interessant fände ich auch noch weitere Infos bis 25-30 Jahre. An der Uni ist mir nämlich aufgefallen, dass eher unsportliche Leute plötzlich begonnen haben Sport zu treiben. Wenn der Trend wirklich so wäre, könnte man die starke Abnahme einfach als pubertärer Durchhänger deklarieren. (Auf mich würde es perfekt zutreffen;)
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  • Kommentar von Matthias Trüb, Hettlingen
    Ich kenne eine Sportart die sehr polysportive Angebote bietet. Diese nennt sich Lagersport und Trekking und ist in der Schweiz mit Cevi, Pfadi, Jubla un Co. sehr gut vertreten. Leider müssen sich die engagierten Leiter in letzter Zeit viel mehr mit juristischen und finanziellen Fragen beschäftigen anstelle von Lager vorzubereiten. Wenn diese Art von Jugendarbeit besser unterstütz wird, bewegt sich die Jugend mehr und auch der Gesunde Menschenverstand würde wieder etwas mehr angewendet werden.
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