Spielfilme und Serien

SRF ist einer der wichtigsten Filmförderer der Schweiz und als solcher dem Schweizer Film verpflichtet. Jährlich sind bei SRF rund 150 Schweizer Filme im Programm, also fast drei von SRF koproduzierte Spiel- oder Dokumentarfilme pro Woche. Seit dem Jahr 2000 produziert SRF unter dem Label SRF Schweizer Film Fernsehfilme für die Primetime, bis heute gut 100 Spielfilme mit einer Länge von 90 Minuten. Darunter waren Publikumshits wie «Die Herbstzeitlosen», «Sternenberg» oder «Akte Grüninger», die vor der TV-Ausstrahlung im Kino zu sehen waren. Mit der erfolgreichen Krimiserie «Der Bestatter» hat SRF seit 2012 wieder eine eigene Serie im Programm.

Die Fernsehfilme und die Serie entstehen in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Schweizer Filmszene. SRF ist einer der wichtigsten Auftraggeber für das Schweizer Filmschaffen und damit auch ein Garant dafür, dass sich die unabhängige, vielfältige Filmbranche kontinuierlich weiterentwickeln kann. Das Engagement von SRF für den Schweizer Film geht auf den Pacte de lʼaudiovisuel zurück: Im Rahmen des Kulturauftrags unterstützt die SRG das gesamtschweizerische Filmschaffen mit jährlich 27,5 Millionen Franken.

Eine detaillierte Übersicht über das Engagement von SRG und SRF im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel ist hier zu finden.

Fernseh- und Kinofilme

Keyvisual «Lina» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Keyvisual «Lina» SRF

SRF Schweizer Film
Dank SRF werden jährlich etwa vier Fernsehfilme in der Originalsprache Schweizerdeutsch mit bekannten Schweizer Gesichtern und unbekannten Talenten in den Hauptrollen produziert. Zu sehen sind diese Spielfilme am Sonntagabend zur besten Sendezeit auf SRF 1. Die Schweizer Filme erzählen gesellschaftlich relevante, lokal verankerte Geschichten und erfüllen so ein grosses Zuschauerbedürfnis. An einem Fernsehfilm der Reihe SRF Schweizer Film beteiligen sich SRF und die SRG mit durchschnittlich 1,6 Millionen Franken.

Stefan Gubser und Delia Mayer im Luzerner «Tatort» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stefan Gubser und Delia Mayer im Luzerner «Tatort» SRF

«Tatort»
Der Sonntagabend ist «Tatort»-Abend: Seit vor über 40 Jahren die erste Folge über den Bildschirm flimmerte, hat sich der «Tatort» zur erfolgreichsten Krimireihe im deutschsprachigen Raum entwickelt, seit 2011 auch wieder mit Schweizer Beteiligung. SRF zeigt am Sonntag um 20.05 Uhr auf SRF 1 alle deutschen und österreichischen Folgen und produziert jährlich zwei Luzerner «Tatort»-Filme. In Luzern geht das Ermittlerduo Stefan Gubser als Reto Flückiger und Delia Mayer als Liz Ritschard auf Verbrecherjagd. Die Produktionskosten für einen Schweizer «Tatort» liegen bei rund 2,1 Millionen Franken. Im Gegenzug erhält SRF die Ausstrahlungsrechte für deutsche und österreichische «Tatort»-Folgen.

«Usfahrt Oerlike» mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Usfahrt Oerlike» mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger SRF

Kino-Koproduktionen
SRF ist Koproduzentin von jährlich rund 40 Kinospiel- und -Dokumentarfilmen sowie Kurz- und Animationsfilmen. Im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel unterstützt SRF Kinoproduktionen jährlich mit 4 Millionen Franken. Kinohits wie «Usfahrt Oerlike» sind als Fernsehpremieren mehrheitlich am Sonntag um 20.05 Uhr auf SRF 1 zu sehen. Kinofilme für ein jüngeres Publikum, wie beispielsweise die Martin-Suter-Verfilmung «Der Koch», sind am Mittwoch um 20.10 Uhr auf SRF zwei im Programm. Der wöchentliche Sendeplatz für das Schweizer Filmschaffen ist «CH:Filmszene», in der aktuelle einheimische Filmproduktionen, die von SRF unterstützt wurden, ihre TV-Premiere feiern. Auf dem Sendeplatz sind sowohl Spiel- wie auch Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme programmiert.

Keyvisual «Der Bestatter» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Keyvisual «Der Bestatter» SRF

«Der Bestatter»
Mit «Der Bestatter» hat SRF seit 2012 wieder eine eigene Serie im Programm. Mike Müller ist Luc Conrad, ein Bestatter mit Leib und Seele sowie ausgeprägtem kriminalistischem Instinkt. Dieser führt den ehemaligen Polizisten immer wieder auf die Spur von aussergewöhnlichen Todesfällen. Und dabei kommt er seinen früheren Kollegen bei der Kantonspolizei Aargau ständig ins Gehege. Seit der Premiere 2012 hat die Serie eine ständig wachsende Fan-Gemeinde. Jährlich im Januar und Februar zeigt SRF sechs neue Folgen à 60 Minuten. Die Produktionskosten für eine einstündige Episode von «Der Bestatter» liegen bei 705‘000 Franken.

Katharina Böhm ist «Die Chefin» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Katharina Böhm ist «Die Chefin» SRF

Internationale Koproduktionen Serien
Ein fixer Termin für Krimifans ist seit vielen Jahrzenten der Dienstagskrimi mit spannenden Fällen aus unterschiedlichen deutschen Städten: Bei Krimireihen wie «Die Chefin», «Der Alte» oder «Ein Fall für zwei» engagiert sich SRF als Koproduzentin. Solche internationalen Gemeinschaftsproduktionen ermöglichen es Schweizer Filmschaffenden, im internationalen Umfeld Erfahrungen zu sammeln, wovon wiederum der Filmplatz Schweiz profitiert. An einer einstündigen Folge einer internationalen Koproduktion beteiligt sich SRF durchschnittlich mit 57‘000 Franken.

Internationale Filme und Serien
Neben Spielfilmen für ein breites Publikum, darunter viele Free-TV-Premieren unter dem Label «kino hoch zwei», zeigt SRF auch ausgewählte Independent- und Arthouse-Produktionen für ein anspruchsvolleres Zuschauersegment – im Rahmen der Sendung «Delikatessen» immer in Zweikanalton oder in der Originalfassung mit Untertiteln. Kinder- und Jugendfilme sowie Kinoklassiker runden das Angebot ab. Die Kosten pro Spielfilm variieren marktbedingt stark und hängen von Faktoren wie Programmwert, Lizenzumfang, Produktionsjahr oder Zahl der Ausstrahlungsrechte ab. Einkaufspreise orientieren sich aber auch an der Grösse eines Landes, was die Deutschschweiz mit fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mit Staaten wie Österreich, Belgien oder Dänemark vergleichbar macht. Die Lizenzkosten für einen eingekauften Spielfilm liegen normalerweise zwischen 4000 und 70‘000 Franken. In Einzelfällen können die Preise für Blockbuster leicht über diesem Rahmen liegen.

Bei den Serien legt SRF ein starkes Gewicht auf Qualitätsproduktionen aus dem europäischen Raum, beispielsweise für den Sendeplatz am späteren Montagabend auf SRF 1. Serienfans mit dem Sinn für das Besondere kommen dort bei europäischen Produktionen wie «Gomorra» sowie anspruchsvollen US-Produktionen wie «Mad Men» oder «House of Cards» auf ihre Kosten. Eine feste Grösse im Serienprogramm von SRF ist der Serienmontag auf SRF zwei: Zu sehen sind international erfolgreiche Serien für ein jüngeres Publikum. Neben US-Hits wie «Greyʼs Anatomy» und «Chicago Fire» sind auch europäische Produktionen wie «Lifjord», «Dicte» oder die von SRF koproduzierte ORF-Reihe «Vorstadtweiber» programmiert. Die Rahmenbedingungen für Lizenzverkäufe im Serienbereich sind mit denen von Spielfilmen vergleichbar. Für eine halbstündige Serie variieren die Lizenzkosten zwischen 2000 und 7000 Franken pro Episode, bei stündigen Serien liegen die Kosten pro Folge zwischen 3000 und 14‘000 Franken.