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Neue Studienergebnisse Psilocybin gegen Depression – Studie liefert neue Ergebnisse

Die psychedelische Substanz wirkt auch unter realen Bedingungen bei schweren Depressionen – ist aber kein Wundermittel.

Depression ist in der Schweiz die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) weisen zehn Prozent der Bevölkerung mittelschwere bis schwere Depressionssymptome auf. 

Eine Studie der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Zürich weist nun zum ersten Mal unter realen Bedingungen die Wirkung von Psilocybin bei schweren Depressionen nach. Die psychedelische Substanz linderte die Beschwerden bei Personen die austherapiert waren – also auf keine andere Medikation mehr ansprachen.

Psilocybin: der Wirkstoff der «Magic Mushrooms»

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Drei Pilze mit braunen Kappen und gebogenen Stielen vor verschwommenem grünem Hintergrund.
Legende: Der spitzkegelige Kahlkopf ist in Europa besonders verbreitet. Wikimedia / Alan Rockefeller / Share Alike 3.0 Unported

Psilocybin ist ein natürlich vorkommender Wirkstoff, der in rund 180 verschiedenen Pilzen vorkommt. In Mitteleuropa ist zum Beispiel der «spitzkegelige Kahlkopf» besonders verbreitet.

Der Konsum von Psilocybin führt in der Regel zu einem psychedelischen Rausch. Dabei kann es zu Veänderungen in der Wahrnemung des Körpers und der Umwelt kommen. Farben können intesiver wirken, Oberflächen können sich bewegen oder verzerren. Oft verändert isch das Denken, neue Perspektiven können sich entwickeln und Emotionen viel intensiver werden.

Im Körper wird Psilocybin in Psilocin umgewandelt. Das wirkt auf das Gehirn: Es beeinflusst Serotonin, ein Botenstoff, der oft auch als «Glückshormon» bezeichnet wird und unter anderem unsere Stimmung, Schlaf und Appetit reguliert.

In vielen Ländern ist Psilocybin illegal oder streng reguliert. In der Schweiz darf Psilocybin unter strengen Auflagen in Kliniken angewendet werden.

Die Studie zeigt die positiven Effekte erstmals im normalen Klinikalltag bei Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsverläufen. Psilocybin reduzierte depressive Symptome spürbar.

Psilocybin hilft, ist aber kein Wundermittel

Bewusstseinsverändernde Substanzen wie LSD oder Psilocybin werden schon seit den 1950er-Jahren gezielt erforscht. Ihre positive Wirkung auf gewisse psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen wurde in Studien nachgewiesen. Allerdings «nur» unter klinisch kontrollierten – also standardisierten – Rahmenbedingungen.

Doch die Bedingungen im Alltag sind oft komplexer. Viele Wirkstoffe sind in der realen Anwendung nicht ganz so effektiv, wie in den standardisierten Studien. «Das ist nicht überraschend», sagt Studienautor Johannes Jungwirth. «Der Placebo-Effekt und die Erwartungshaltung können in klinischen Studien ausgeprägter sein.»

Deshalb sind Daten aus den Alltagsanwendungen so interessant. Sie sind aber Mangelware. Denn solche Behandlungen sind aufwendig und kostenintensiv. Und im Fall von Psilocybin ohnehin nur in Kanada, Australien und der Schweiz möglich – unter strikten Auflagen.

So ist auch die Teilnehmerzahl dieser Studie relativ gering. Von 19 mit Psilocybin behandelten Personen wurden zwischen den Jahren 2023 und 2025 Daten gesammelt und ausgewertet.

Ein Wundermittel ist auch Psilocybin nicht.
Autor: Johannes Jungwirth Studienautor

Das Ergebnis: Nur eine Behandlung reduzierte depressive Symptome merklich. Jedoch waren die Erfolgs- und Remissionsraten niedriger als in früheren, kontrollierten Studien. Trotzdem sprechen die Ergebnisse dafür, dass der Einsatz im Alltag möglich ist. Auch wenn der Hype um psychoaktive Substanzen als Heilmittel in den letzten Jahren gross war, stellt Johannes Jungwirth von der PUK Zürich aber klar: «Ein Wundermittel ist auch Psilocybin nicht.»

Nur eine Dosis wirksam

So widerlegte die Studie auch eine Annahme: «Unsere Hypothese war: Je öfter man es gibt, desto besser der Effekt. Oder: Jede Sitzung macht die Depression noch mal ein bisschen besser. Das haben wir in unserer kleinen Kohorte nicht gesehen.»

Was für die meisten Forscher und Therapeuten aber interessant sei: «Im Vergleich zu den kontrollierten Studien, die wir bisher hatten, kann man es individuell dosieren und planen.» Ein Gewinn. Denn jede Person mache ihren eigenen Therapieprozess durch.

Bei zukünftigen Behandlungen sollen nun weitere Faktoren untersucht werden, um irgendwann besser abschätzen zu können, wer eine höhere Chance hat von einer Behandlung mit Psilocybin zu profitieren.

Radio SRF 1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 08.06.2026, 17:30 Uhr

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