Je älter, desto vorsichtiger? Nicht immer

Senioren gehen laut Studien im Alltag weniger riskante Situation ein. Das gilt jedoch nicht überall – und hängt offenbar auch von den Lebensumständen der Menschen ab, wie Schweizer Forscher herausgefunden haben.

Ein älterer Mann fährt auf einem Mountain Bike querfeldein bergab. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Risiko als Freizeitvergnügen: Sicherheitsdenken versus Abenteuerlust – diesen Widerspruch haben Forscher genauer untersucht. Imago

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Zur Studie

Die Forscher analysierten unter anderem Daten des World Values Survey: eine internationale Erhebung, die Wertevorstellungen und Anschauungen von Menschen aus der ganzen Welt zusammenführt. Die Fachleute verglichen insgesamt 147‘118 Antworten von Menschen im Alter zwischen 15 und 99 Jahren – darunter 52 Prozent Frauen – aus 77 Ländern.

Forscher der Universität Basel und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin haben untersucht, welche Faktoren die Risikobereitschaft von Menschen im Alltag beeinflussen - sei es körperlich, sozial oder finanziell. In den meisten Ländern sinkt die diese Bereitschaft mit dem Alter. Zudem sind Männer meist risikofreudiger als Frauen.

Doch in manchen Nationen wie Nigeria, Mali und Pakistan gibt es solche Unterschiede kaum oder nicht; weder beim Alter noch beim Geschlecht. Um das zu erklären, verglichen die Forscher Daten aus 77 Ländern - darunter auch Angaben zu riskanten oder abenteuerlustigen Aktivitäten. Sie fanden einen deutlichen Zusammenhang zwischen gleichbleibend hoher Risikobereitschaft mit schwierigen Lebensumständen.

Rui Mata, Erstautor der Studie von der Uni Basel, sieht den Grund für das Phänomen deshalb im Konkurrenzdruck: Wo die Ressourcen knapp seien, müssten die Menschen stärker miteinander konkurrieren.