Schon unsere Urahnen waren Wurf-Asse

Baseball, Handball oder Basketball: Bei vielen Sportarten zeigen wir Menschen ein erstaunliches Wurfgeschick. Unsere Fähigkeit, so schnell und präzise zu werfen, geht auf anatomische Eigenschaften zurück, die sich wahrscheinlich bei unseren Urahnen vor zwei Millionen Jahren entwickelten.

Der Schaffhauser Handballer Andrika Pendic wirft einen Ball beim Handball Playoff-Finalspiel 2013. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Handballer Andrija Pendic von den Kadetten Schaffhausen: Dass der Mensch so gut werfen kann, geht auf bestimmte Merkmale von Schulter, Torso und Arm zurück. Keystone

Nicht nur Menschen, auch andere Primatenarten wie Schimpansen werfen gelegentlich mit Gegenständen. Doch der Mensch ist ein regelrechtes Wurf-Ass. Das berichtet ein Forscherteam in der Zeitschrift «Nature». «Erwachsene Schimpansen-Männchen können rund 32 Stundenkilometer schnell werfen», sagt Neil Roach, Hauptautor der Studie. Menschen schaffen ein Vielfaches dieser Geschwindigkeit.

Die Forscher führen das auf drei anatomische Besonderheiten des Menschen zurück. Erstens, eine mobile Hüfte, die eine grössere Drehung des Torsos ermöglicht. Zweitens, eine geringere Verdrehung des Oberarmknochens. Drittens, eine seitlichere Stellung des Schultergelenks, wodurch sich die Schulter während des Wurfs ähnlich wie eine Schleuder verhalten kann. Dieses seitlich ausgerichtete Gelenk sei erstmals beim Homo erectus präsent, heisst es in «Nature».

Werfen sei schon früh wichtig für die Jagd gewesen und habe unseren Vorfahren ermöglicht, effektiv und sicher Grosswild zu töten. Dadurch haben sie neue Regionen innerhalb und ausserhalb Afrikas besiedeln können.