Wer albern forscht, gewinnt

Forschung ist eine ernste Sache – auch an der amerikanischen Elite-Uni Harvard. Doch bei der alljährlichen Verleihung der Ig-Nobelpreise für kuriose Wissenschaft ist alles anders – mit Arbeiten zu Jesus-Toastschnitten, verängstigten Rentieren und Schweinefleisch gegen Nasenbluten.

An der traditionell schrillen Gala mit mehr als 1000 Zuschauern, die
zum 24. Mal stattfand, zeichneten die Juroren zunächst die Arbeit der Biologin
Sabine Begall von der Universität Duisburg-Essen aus. Mit Kollegen hatte sie herausgefunden, dass Hunde sich beim Verrichten ihres Geschäfts an der Nord-Süd-Achse des Magnetfelds der Erde ausrichten. Nach ihrer Dankesrede verteilte Begall Plastiktüten für Hundekot im Publikum.

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Was es zu gewinnen gab:

Die Trophäen bestanden in diesem Jahr aus einem Mensa-Tablett mit Besteck und Geschirr aus Plastik. Dazu gab es eine Urkunde und eine Banknote über zehn Billionen simbabwische Dollar – vollkommen wertlos, versteht sich: Diese Währung gibt es seit 2009 nicht mehr. Sie hatte eine der höchsten Inflationsraten der Geschichte.

Ein Team aus Japan wurde für seine Studie über die Gleitfähigkeit von Bananenschalen geehrt. Wissenschaftler aus China und Kanada bekamen einen Ig-Nobelpreis («ignoble» bedeutet: unwürdig), weil sie erforschten, was in den Gehirnen von Menschen vorgeht, die das Gesicht von Jesus auf einem Stück Toast sehen.

Eine Gruppe von Forschern aus den USA und Indien bekam die Auszeichnung für Experimente mit Streifen aus gepökeltem Schweinefleisch, die gegen Nasenbluten helfen sollen. «Und dabei bin ich doch Vegetarierin», sagte die Forscherin Sonal Saraiya in ihrer Dankesrede. Auch die Wildbiologie kam in die Kränze: Zwei Norweger bekamen den Ig-Nobelpreis, weil sie erforscht hatten, wie Rentiere auf als Eisbären verkleidete Menschen reagieren.