Zum Inhalt springen

Natur & Umwelt Neue Galaxie am Rand des sichtbaren Universums entdeckt

In den Tiefen des Alls haben US-Astronomen eine neue Galaxie gefunden. Sie sendet ihr Licht vom Rand des sichtbaren Universums. Keine bisher bekannte Sterneninsel ist weiter entfernt.

Vergrösserung der Aufnahme der Galaxie "EGS-zs8-1"
Legende: Keine bekannte Galaxie ist weiter entfernt: Die Sterneninsel entstand im «Dunklen Zeitalter». NASA/European Space Agency/Yale/University of California, Santa Cruz

Mehr als 13 Milliarden Lichtjahre liegen zwischen der entferntesten bekannten Galaxie und der Erde: Ein Team von US-Forschern um den Schweizer Astrophysiker Pascal Oesch hat die Sterneninsel, Link öffnet in einem neuen Fenster mit der Katalognummer EGS-zs8-1 entdeckt – und dafür fast bis an den Rand des sichtbaren Universums geblickt. Weil das Universum nach aktuellen Messungen 13,8 Milliarden Jahre alt ist, kann kein Teleskop weiter als 13,8 Milliarden Lichtjahre ins All spähen. Ein Lichtjahr entspricht etwa 9,5 Billionen Kilometern.

Die Aufnahmen der US-Forscher der Yale-Universität zeigen die ferne Galaxie vergleichsweise kurz nach dem Urknall: Das weit gereiste Licht stammt aus einer Zeit, als das Universum 670 Millionen Jahre alt war, also nur etwa fünf Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte.

Erhellte die Galaxie das «Dunkle Zeitalter»?

Die Untersuchung zeigt auch, dass die ferne Galaxie zum sichtbaren Zeitpunkt rund 80 Mal schneller neue Sterne bildete als unsere Milchstrasse heute. «Sie hatte schon damals bereits mehr als 15 Prozent der Masse unserer eigenen Milchstrasse aufgebaut», erläutert Oesch.

Bislang wurden nur eine Handvoll Galaxien in ähnlich grossen Entfernungen entdeckt. Die Forscher vermuten, dass Galaxien wie EGS-zs8-1 für das Ende des «Dunklen Zeitalters» eine entscheidende Rolle spielten. Denn erst durch die Strahlung der ersten Sterne wurde das nach dem Urknall intransparent gewordene Wasserstoffgas durchsichtig – und Licht überhaupt wieder sichtbar.

Weiterlesen

Wie die «Galaxie» zu ihrem Namen kam

25 Jahre Hubble: Freie Sicht ins Weltall

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Otto Würz, Winterthur
    Die Aussage, kein Teleskop könne weiter als 13,8 Milliarden Lichtjahre ins All spähen, ist nicht ganz richtig. Gemäß dem Urknall-Standardmodell liegt der sogenannte Beobachtungshorizont in einer Entfernung von etwa 46,6 Milliarden Lichtjahren. Berücksichtigt werden muss ja der Umstand, dass sich das Universum weiter ausgedehnt hat, während das Licht (ferner Galaxien) zu uns unterwegs war, und die Distanzen somit länger geworden sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Ja und jenseits der letzten Galaxis ist das NICHTS.. nun, wie gross ist das Nichts und wann hoert das Nichts auf und was ist dann hinter dem Nichts... umgekehrt wo etwas ist ist etwas.. aber wenn es etwas gibt muss es auch nichts geben.. und so stellt sich die Frage.. wo beginnt alles und wo hoert es auf..... oder praktischer, was war, zuerst das Huhn oder das Ei.. Letztere Frage laesst sich anhand der Evolutionstheorie relativ leicht loesen .. hingegen das Verstaendnis zur Unendlichkeit...!!!?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Es gibt nicht "das" Nichts. Sie stellen sich unter "Nichts" anscheinend so etwas wie leeren Raum vor. Die Astrophysik geht aber davon aus dass es dort auch keinen Raum (und keine Zeit) mehr gibt. Es hat also weder eine Grenze noch eine Ausdehnung und es gibt auch kein "dahinter".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Dominique Wildi, Bern
      Wenn Sie Christ wären, wüssten Sie sowohl die Antwort auf die Frage, ob das Ei oder das Huhn zuerst da war, wie auch, wo alles beginnt und alles aufhört...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von K. Trutmann, Luzern
      @herr Wildi: *würden sie zu wissen glauben
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Stuber, Schaffhausen
    Eine komplette Galaxie nach nur 670 Millionen Jahren nach dem Urknall? Ähm. Das ist nicht ihr Ernst, oder? Mir scheint, die Evolutionstheoretiker müssten ganz dringend über die Bücher. Oder über "das Buch", um genauer zu sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @Stuber: die Evolutionstheorie macht keinerlei Aussagen über die Entstehung von Galaxien. Das weiß heutzutage eigentlich jeder, dessen Bibliothek sich nicht auf "das eine Buch" beschränkt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Stimmt, die kompletten Universen inklusive aller Pflanzen und Lebewesen sind ja in sieben Tagen entstanden. Überzeugende Argumentation, Chapeau!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen