Risiko Atemluft – in den eigenen vier Wänden

In Westeuropa ist Luftverschmutzung meist in Ballungsräumen ein Risiko. Doch in anderen Region lauern auch anderswo Gefahren: Weltweit atmet mehr als jeder Dritte im eigenen Zuhause gefährlich schlechte Luft, die beim Verbrennen von Kohle oder pflanzlichen Brennstoffen entsteht.

Ein Mann bereitet in dichtem Rauch Lebensmittel in einem Imbiss in Kalkutta vor. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rauchabzug Marke Eigenbau: Nahrungsmittel-Zubereitung in einem Imbiss in Kalkutta, Indien. Reuters

Fast drei Milliarden Menschen vor allem in Asien und Afrika seien ernsten Risiken ausgesetzt, berichten Experten im Fachjournal «The Lancet Respiratory Medicine». Sie nutzen etwa Holz oder Kohle zum Kochen, Heizen und als Lichtquelle. Diese Brennstoffe würden oft im offenen Feuer oder in einfachen Öfen verbrannt, so dass die Luft in wenig belüfteten Räumen stark verschmutzt werde.

Der Rauch enthält neben Russ weitere schädliche Verbindungen, die Atemwege reizen oder Krebs erregen können. Analysen in Indien hätten gezeigt, so die Forscher, dass in manchen Gebieten die Luft im Haus schlechter sei als draussen. Die Verschmutzung war dort drei Mal höher als in einer typischen Strasse in London und lag damit deutlich über den empfohlenen Grenzwerten der WHO.

Weiter berichten die Experten über Schätzungen, laut denen 2010 etwa 3,5 bis 4 Millionen Menschen infolge der Luftverschmutzung in Haushalten gestorben seien. 600 bis 800 Millionen Familien weltweit seien gefährdet, zum Beispiel an Lungenentzündung, Asthma oder Lungenkrebs zu erkranken, warnen die Forscher.