- Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat den Grand Prix Design 2026 vergeben.
- Die Jury zeichnete das Atelier Oï, die Grafikerin Ursula Hiestand und die Designerin und Forscherin Simone C Niquille mit dem namhaften Preis aus.
- Die Auszeichnung ist mit je 40'000 Franken dotiert.
Atelier Oï: eine 35-jährige Design-Reise
Das Studio Atelier Oï befindet sich in La Neuveville und wurde 1991 von Aurel Aebi, Armand Louis und Patrick Reymond gegründet. Ihr Werk reicht von kleinformatigen Objekten bis hin zu komplexen räumlichen Inszenierungen und verbindet handwerkliche Präzision mit experimenteller Materialforschung.
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Bild 1 von 3. Atelier Oï: Die drei Gründer des Designstudios arbeiten an der Schnittstelle von Produktdesign, Szenografie, Architektur und Innenarchitektur. Bildquelle: atelier oï.
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Bild 2 von 3. Die Formengestaltung übernahm Atelier Oï unter anderem für Nespresso ... Bildquelle: atelier oï.
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Bild 3 von 3. ... und Fidea Design. Bildquelle: atelier oï.
Bekannt wurde Atelier Oï mit Arbeiten für die Expo.02 oder mit Leuchtentwürfen für den italienischen Hersteller Foscarini – so das BAK. Heute arbeitet das Studio weltweit für Auftraggeber aus der Kultur-, Industrie- und Luxusgüterbranche ebenso wie für öffentliche und gemeinnützige Institutionen.
Die Eidgenössische Designkommission hebt hervor, dass Atelier Oï seit über 35 Jahren eine exemplarische nationale und internationale Erfolgsgeschichte des Schweizer Designs verkörpert.
Ursula Hiestand: das Schweizer Leben gestalten
Die Zürcher Grafikerin Ursula Hiestand steht für eine funktionale Gestaltung. Zu ihren bekanntesten Projekten zählen das Corporate Design der Warenhauskette ABM, das Informationssystem der Zürcher Verkehrsbetriebe sowie die Gestaltung der Schweizer Banknotenserie von 1976 bis 2000.
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Bild 1 von 3. Ursula Hiestands Werk verbindet Gestaltung, gesellschaftliche Verantwortung und praktische Lebenswelt. Gemeinsam mit ihrem Mann Ernst Hiestand führte sie das Atelier E + U Hiestand in Zürich. Bildquelle: Jürg Gasser.
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Bild 2 von 3. Klare Linie: Ursula Hiestand schuf Designs für die Zürcher Verkehrsbetriebe ... Bildquelle: Atelier E + U Hiestand/Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK .
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Bild 3 von 3. ... und das Warenhaus ABM. Bildquelle: Atelier E + U Hiestand/Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK .
Die Eidgenössische Designkommission würdigt ihr Wirken als wegweisend für das moderne Schweizer Grafikdesign; die dort entstandenen Entwürfe wirken bis heute im öffentlichen Raum und trugen zur internationalen Verbreitung des «Swiss Style» bei. Ihr Lebenswerk verknüpft gestalterische Qualität mit gesellschaftlicher Haltung und ist bis heute für nachfolgende Generationen wegweisend.
Simone C Niquille: Design trifft Forschung
Simone C Niquille erkundet auf den Einfluss digitaler Werkzeuge auf unser heutiges Leben. Ihre Arbeiten umfassen Video‐Installationen, Forschungsprojekte, Texte und Lehrformate. Ihre transdisziplinäre Praxis verbindet Design mit Architektur, Medienforschung, Philosophie und Anthropologie.
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Bild 1 von 3. Simone C Niquille arbeitet an der Schnittstelle von Design, Forschung und Lehre. Sie gehört zu einer Generation von Gestalterinnen, die digitale Technologien anwenden – und kritisch hinterfragen. Bildquelle: technoflesh Studio.
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Bild 2 von 3. Simone C Niquilles transdisziplinäre Praxis verbindet Design mit Architektur, Medienforschung, Philosophie und Anthropologie, wie in der Installation «Safety Measures» ... Bildquelle: technoflesh Studio.
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Bild 3 von 3. ... und im Kurzfilm «Homeschool». Bildquelle: technoflesh Studio.
In Filmen, Installationen und Forschungsprojekten untersucht Niquille, wie digitale Systeme Körper, Räume und Wirklichkeit erfassen und dabei bestehende Macht- und Wissensstrukturen reproduzieren.
Die Eidgenössische Designkommission hebt hervor, dass Niquille als erste Preisträgerin in der Kategorie Media & Interaction Design für eine hybride, transdisziplinäre Praxis steht, die gesellschaftliche Folgen digitaler Standardisierung, Vorurteile in Technologien und die Grenzen maschinellen Sehens thematisiert.