Monique Schwitter wird mit dem Schweizer Buchpreis 2015 geehrt

Eine Frau spürt den zwölf Männern ihres Lebens nach: In ihrem zweiten Roman «Eins im Andern» schreibt Monique Schwitter überzeugend von der Liebe. Und zwar so überzeugend, dass sie dafür den Schweizer Buchpreis 2015 erhält.

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Bildlegende: War auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2015 und hat den Schweizer gewonnen: Monique Schwitter. SRF

Merklich berührt und auch etwas überrascht nahm die Schriftstellerin den Preis am Sonntagmittag entgegen: «Ich hatte eine Rede für den deutschen Buchpreis vorbereitet – die ich nicht gehalten habe», sagte sie. «Diesmal hab ich keine vorbereitet». Sie habe beschlossen, nur noch für sich und die Leser zu schreiben – «wie ich es immer tue».

Sie bedankte sich bei der Jury, bei ihren Mitnominierten – «Ich verneige mich nicht vor Spiegeln, sondern vor euch» – und ihrem Lektor Rainer Götz, dem sie den Preis widmete.

Schwitters Roman «Eins im Andern» sei «die Liebesbiografie einer Frau, kräftig, humorvoll, nachdenklich», hiess es in der Jurybegründung. Trotz seiner strikten Struktur – die Erzählerin ordnet die verschiedenen Lieben ihres Lebens den zwölf Aposteln zu – wirke es nie künstlich erzwungen.

Keine einfache Entscheidung für die Jury

Die mit 30'000 Franken dotierte Auszeichnung wurde Schwitter am Sonntag im Theater Basel im Rahmen des Festivals BuchBasel überreicht. Martin R. Dean, Dana Grigorcea, Meral Kureyshi und Ruth Schweikert erhielten zweite Preise in Höhe von je 2500 Franken.

«Eins im Andern»: Der erste Satz

1:27 min, vom 26.10.2015

Das Rennen sei knapp gewesen, sagte Jury-Präsidentin Corina Caduff vor der Öffnung des Preisträger-Couverts. Die Diskussion habe dreieinhalb Stunden gedauert.

Schwitter war in diesem Jahr bereits für den Deutschen Buchpreis nominiert, ihr Roman stand dort auf der Shortlist. Zudem war sie im Sommer beim Wettlesen des Ingeborg-Bachmann-Preises im österreichischen Klagenfurt angetreten, dort jedoch leer ausgegangen.

Von der Theater- auf die Lesebühne

Die ehemalige Schauspielerin wurde 1972 in Zürich geboren und lebt mittlerweile in Hamburg. Sie war unter anderem an den Schauspielhäusern von Zürich, Frankfurt, Graz und Hamburg engagiert. Für ihren Debütband «Wenn's schneit beim Krokodil» (2005) wurde Schwitter mit dem Robert-Walser-Preis und dem Förderpreis der Schweizer Schillerstiftung ausgezeichnet. 2010 beendete sie ihre Bühnenkarriere und lebt seitdem als freie Schriftstellerin.

Sendungen zu diesem Artikel

3 Kommentare

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    • , Schwerzenbach

      Dienstag, 29.12.2015, 07:55

      Fassungslos sitzt man vor dieser Monströsität und fragt sich: "Wann habe ich zu letzten Mal ein Buch nach 20 Seiten gekübelt?" Richtig, damals bei Peter Weber's "Wettermacher", den auch kein Durchschnittsleser jemals zu Ende gelesen hatte. Vergliche man die Buchpreisverleihung mit der Europameisterschaft im Bodenturnen, dann hätte jetzt gerade diejenige gewonnen, welche 5 Meter gerade über eine weisse Linie gehen konnte, ohne runterzufallen.

    • , bern

      Dienstag, 10.11.2015, 17:20

      souverän wie sie sich im rahmen der preisverleihung äusserte. differenziert, pointiert, profiliert ihre aussagen. bescheiden, authentisch, selbstbewusst ihr auftreten. gratuliere. freue mich auf die lektüre.

    • , 8820 Horgen

      Sonntag, 08.11.2015, 17:37

      Spannend,Interessant!