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Suisa Songwriting Camp Die Schweizer ESC-Hitfabrik wird umgebaut

Nemos «The Code» oder Zoë Mës «Voyage»: Hinter diesen und anderen Schweizer ESC-Songs stehen ganze Teams von Songwritern – und die Suisa mit ihrem Songwriting Camp. Trotz grosser vergangener Erfolge richtet die Urheberrechtsgenossenschaft ihre Songschmiede nun neu aus.

Wie fruchtbar eine Zusammenarbeit beim Songwriting sein kann, zeigen Welthits wie «She Loves You» der Beatles John Lennon und Bandkollege Paul McCartney oder «Candle in the Wind» von Superstar Elton John und Liedtexter Bernie Taupin.

Kreatives Pingpong inspiriert und erzeugt eine Dynamik, die im Alleingang oft fehlt. So entstehen oft bessere Songs – davon ist auch die Suisa, die Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik, überzeugt.

Vier Personen in einem Musikstudio mit Instrumenten und elektronischer Ausrüstung.
Legende: Beim Suisa Songwriting Camp wird in lauschiger Atmosphäre an neuen Songs getüftelt. Von links nach rechts: Produzentin Ylva Brandtsegg, Joya Marleen, Kings Elliot und Cloudy June. SUISA / Manu Leuenberger

Enge Auswahl

Seit 2017 organisiert die Genossenschaft deshalb jährlich ein mehrtägiges Songwriting-Camp, bei dem verschiedene Teams gleichzeitig potenzielle ESC-Songs komponieren – von denen schlussendlich aber immer nur einer für den Song-Wettbewerb ausgewählt wird.

Zwar wurden aus dem Lieder-Fundus des Camps auch einige andere Songs veröffentlicht, wie etwa Linda Elys «House On Fire». Doch rund 80 Prozent der insgesamt 160 entstandenen Stücke landeten in der Versenkung.

Massgeschneiderte Songs statt ESC-Formel

So wie sich der Eurovision Song Contest in den vergangenen Jahren jedoch entwickelt hat, haben pompöse – ja sogar aufdringliche – Songs potenziell bessere Siegchancen. Entsprechend klangen auch jeweils die Lieder aus dem Suisa Songwriting Camp.

Für den alltäglichen Musikkonsum sind die typischen ESC-kompatiblen Titel aber oft zu hysterisch. Die Suisa gibt deshalb Gegensteuer und startet in diesem Jahr in die nächste Ära. Der Fokus liegt ab jetzt auf «massgeschneiderten Songs für die Veröffentlichung von Künstlern», so die Genossenschaft, und nicht ausschliesslich auf dem ESC.

ESC-Song-Vorschläge offen für alle

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Grundsätzlich können alle Interessierten einen Song zum ESC einreichen. Das Bewerbungsfenster auf der SRF-Plattform ist vom 20. August bis 7. September 2026 geöffnet.

Aufgrund der strategischen Neuausrichtung des Suisa Songwriting Camps führt die SRG im Sommer zudem zwei eigene Camps durch: die Eurovision Songwriting Camps Switzerland 2026. Eines davon in der Schweiz, eines im internationalen Umfeld.

Songwriting Camp 2026

Insgesamt 40 Musikschaffende trafen sich Mitte Juni während drei Tagen in den Powerplay-Studios in Maur (ZH). Erstmals komponierten sie Sängerinnen und Sängern Lieder auf den Leib, die anschliessend tatsächlich auf Streamingplattformen und im Radio zu hören sein werden.

Dadurch soll die Quote veröffentlichter Songs des Camps erhöht werden. Ziel ist es, zum einen das Schweizer Musikschaffen bekannter zu machen und zum anderen Komponierende besser als bisher vergüten zu können.

Liedrechte und deren Aufteilung

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Wer gemeinsam schreibt, teilt meist auch die Rechte. Am Suisa Songwriting Camp gilt der sogenannte «Equal Split»: Alle an einem Song Beteiligten erhalten den gleichen Anteil.

Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Song reich zu werden, ist jedoch gering. Was zählt, sind beim Suisa-Camp vielmehr Leidenschaft, Kreativität und die Lust am Zusammenarbeiten.

Der Weg zum Song

Ein Songwriting-Team besteht jeweils aus drei Personen: «Artist» (Gesang), «Writer» (Komposition) und «Producer» (Instrumentierung/Arrangement). Wie schon bei früheren Songwriting-Camps haben sie pro Tag ein neues Stück komponiert und davon eine Demoversion aufgenommen.

Drei Personen arbeiten in einem Musikstudio mit Computern und Audiogeräten.
Legende: Lo und Alwa Alibi zusammen mit dem Produzenten Freddy Rochow (v.l.n.r.) beim Songwriting. Gemeinsam feilen sie an knackigen Texten auf Schweizerdeutsch und am richtigen Flow. SUISA / Manu Leuenberger

Auch wenn die Zeit drängt, beginnen die meisten Teams nicht sofort musikalisch, sondern mit einem Gespräch: Was beschäftigt die Sängerin oder den Sänger aktuell? Wo stehen sie? Daraus entwickelt sich ein Song.

Was einen guten Song ausmacht

Ein eindeutiges Rezept fürs Songschreiben gibt es nicht. Oft spürt man schon beim Schreiben, ob eine Text- oder Melodieidee etwas auslöst. Basierend darauf tastet man sich dann weiter vor. Wichtig ist vor allem die Authentizität: Melodie, Text, Stimme und Thema müssen glaubwürdig ineinandergreifen.

Die Produktion – also die instrumentale Verpackung – unterstützt und verstärkt Emotion und Geschichte des Songs. Aber auch wenn die Produktion nicht von Anfang an passt – ein starker Song bleibt im Kern oft erkennbar – und damit auch sein Potenzial.

Radio SRF 4, Rendez-vous, 29.6.2026, 12:30 Uhr.

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