Weniger als zehn Grundstücke ohne oder mit unbekannter Eigentümerschaft gibt es im Kanton Jura. Insgesamt geht es um einige tausend Quadratmeter.
Und es gibt offenbar Interessierte: Wie der Antwort auf eine schriftliche Frage im kantonalen Parlament zu entnehmen ist, haben bereits zwei Personen das Grundbuchamt kontaktiert, um Informationen über diese Parzellen ohne Eigentümerin zu erhalten.
Der Jura will die Initiative ergreifen
Von wem diese Anfragen stammen, ist nicht bekannt. Die jurassische Regierung gibt lediglich an, ihnen nicht nachgekommen zu sein.
Einer, der seit mehreren Jahren versucht, herrenlose Grundstücke im ganzen Land zusammenzukaufen, ist Jonas Lauwiner. Der Berner, der sich selbst als «König der Schweiz» bezeichnet, besitzt bereits Grundstücke von insgesamt über 100'000 Quadratmeter in verschiedenen Kantonen.
Mit seinem Vorgehen gerät Lauwiner immer wieder in Konflikt mit kantonalen Behörden, kürzlich etwa in Neuenburg. Im Kanton Luzern schwelt ein Konflikt zwischen ihm und einer Gemeinde wegen eines Wegstücks.
Um ähnliche Versuche auf ihrem Kantonsgebiet zu verhindern, wollen die jurassischen Behörden nun dem Beispiel der Kantone Waadt und Wallis folgen: Eine Gesetzesänderung soll den Gemeinden ein Vorkaufsrecht einräumen, wenn ein Grundstück niemandem gehört.
Nur wenn die Gemeinden kein Interesse haben, könnten andere Parteien Anspruch auf diese Parzellen erheben. Im Kanton Bern hat die Regierung Ende letzten Jahres eine ähnliche Vorlage in die Vernehmlassung geschickt. Grund war auch dort: Jonas Lauwiner.