Die Asiatische Tigermücke sticht tagsüber und wird durch ihre Nähe zum Menschen problematisch – auch weil sie potenziell Viren übertragen kann.
So gehen Schulen mit der Tigermücke um (mit dt. Untertitel):
In der italienischen Schweiz wird seit über 20 Jahren aktiv gegen ihre Ausbreitung gekämpft. Mit Erfolg: «Die Situation der Tigermücke im Tessin ist gut. Sie ist zwar vorhanden, aber insgesamt gelingt es uns, sie einzudämmen», sagt Eleonora Flacio vom Institut für Mikrobiologie der Fachhochschule der italienischen Schweiz. Die Bestände bleiben über die Jahre relativ stabil und nehmen leicht ab. «Das zeigt, dass die Bevölkerung unsere Empfehlungen zunehmend befolgt», so die Forscherin gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (RSI).
Prävention im Schulzimmer
Seit diesem Jahr setzt der Kanton Tessin auch auf Prävention im Unterricht. Das Bildungsdepartement hat ein neues Arbeitsheft für Lehrpersonen aller Schulstufen entwickelt: «Die Tigermücke fliegt in die Schule». Das didaktische Material regt Schülerinnen und Schüler dazu an, sich mit der Mücke auseinanderzusetzen – mit Experimenten, Feldbeobachtungen und Datenanalysen.
Am wirksamsten ist die Bekämpfung der Tigermücke, wenn sie bei Larven und Brutstätten ansetzt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Orte zu erkennen, an denen die Mücken ihre Eier ablegen. Sie führen Laboranalysen durch und können sogar zur Zucht und Freisetzung steriler Männchen beitragen. Diese paaren sich zwar mit den Weibchen, befruchten die Eier aber nicht – so wird die Population reduziert.
«Die Schulen sind die Zukunft», sagt die Forscherin Eleonora Flacio. «Ausserdem sind Kinder und Jugendliche oft aufmerksamer als Erwachsene. Sie haben eine andere Art zu verstehen – und sind hervorragende Multiplikatoren.»
Auch der Lehrer und Mitautor des Hefts, Stefano Peduzzi, sieht darin grosses Potenzial: «Die Schülerinnen und Schüler erwerben in der Schule aktiv Kompetenzen, die sie in ihre Familien tragen. So lernen auch die Familien, was die Kinder in der Schule gelernt haben.» Ziel sei es, eine Art Resonanzraum zu schaffen, um wissenschaftliches Wissen in der ganzen Gesellschaft zu verbreiten.
Die im Arbeitsheft vorgeschlagenen Aktivitäten wurden bereits in mehreren Klassen getestet – mit positiven Erfahrungen.