In der Schweiz ist die Leihmutterschaft seit 2001 verboten. Debatten darüber bestehen auch noch 25 Jahre später.
Auch die «dialog»-Community hat sich über Pro und Kontra ausgetauscht. Das Ergebnis: 65 Prozent sind gegen Leihmutterschaften. Fast zwei Drittel der Userinnen und User wollen bei dem Verbot bleiben, während 35 Prozent für eine Legalisierung sind. Die Umfrage ist nicht repräsentativ.
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Die häufigsten Argumente für das Bestehen des Verbots sind die Instrumentalisierung und die Kommerzialisierung der Leihmutter und des Kindes.
User «Cédric Chassaing» schreibt dazu: «Der Körper der Frau und ihre Fortpflanzungsfähigkeit können zu einem Transaktionsobjekt werden.» Die Paare, die trotzdem auf diesem Weg ein Kind bekommen wollen, greifen oft ins Ausland. «Ausbeutung verletzlicher Frauen: In Ländern, in denen die Leihmutterschaft vergütet wird, stammen die Leihmütter oft aus benachteiligten Verhältnissen.»
Ähnlich sieht es «Participantpascal Précis»: «Ein Kind ist keine Ware, die man kauft und zurückschickt, wenn es einen Mangel hat. Ebenso ist die Gebärmutter einer Frau kein Instrument, das man mieten kann, um Geld zu verdienen.»
Keine Frau sollte versucht sein, ihren Körper als Leihmutter zu Geld zu machen.
Vor allem die Arbeit der Leihmutter soll nicht unterschätzt werden. «Es handelt sich um eine Arbeit rund um die Uhr, 7 Tage die Woche während 9 Monaten», schreibt User «Yvan Decreux».
Einige «dialog»-Userinnen und User sind nicht nur gegen ein Verbot der Leihmutterschaft, sondern sogar für eine Kriminalisierung davon. «Der einzige Platz für die Leihmutterschaft in unseren Gesetzen ist im Strafgesetzbuch!» «C.L.» begründet das mit folgenden Argumenten: «Keine Frau sollte versucht sein, ihren Körper als Leihmutter zu Geld zu machen, keine Frau sollte das Trauma erleiden müssen, ein Baby ‹zurückzugeben›, das sie ausgetragen hat, kein Kind sollte bei der Geburt von seiner Mutter getrennt werden, kein Paar (welcher Geschlechterzusammensetzung auch immer) verfügt über ein ‹Recht auf ein Kind›.»
Für «Logographe Exigeant» ist Leihmutterschaft vor allem eine Sache der Menschenwürde. «Die Inanspruchnahme einer Leihmutter ist ein Missbrauch und ein Verstoss gegen die Menschenwürde.» Denn «die weibliche Gebärmutter ist kein Objekt, die Frau als menschliches Wesen und das ungeborene Kind auch nicht».
Auch die Gleichstellung der Geschlechter spielt laut User «Mathias Klientsch» in dieser Diskussion eine Rolle. «In einer Zeit, in der wir sehr mühsam versuchen, endlich eine Gleichstellung von Mann und Frau zu erreichen, ist es schlicht eine Schande, dass einige daran denken, den Bauch der Frauen zu privatisieren.»
Der Bauch der Frau gehört der Frau und sie kann selber bestimmen, was sie damit machen will.
Für eine Leihmutterschaft und gegen ein Verbot dessen äussert sich «Guido der Ingenieur» aus der «dialog»-Community. «Ich bin eher dafür, obwohl (oder gerade weil) die Leihmutterschaft viele Risiken birgt. Wenn schon, dann lieber seriös, unter Kontrolle und mit entsprechendem (Versicherungs-)Schutz der ‹Arbeitnehmenden›.»
Es geht aber nicht nur um den Schutz der Leihmutter in einem Arbeitskontext, sondern auch um den Schutz für Frauen, über ihren Körper selbst entscheiden zu dürfen. «Der Bauch der Frau gehört der Frau und sie kann selbst bestimmen, was sie damit machen will. Das beinhaltet auch das Vermieten gegen Geld. Der Staat hat kein Recht, den Bauch der Frau zu verwalten, mit übergriffigen Gesetzen», schreibt User «Der Aufklärer – Immanuel Kant – 1784».