Die Genfer Behörden warnen offiziell vor der Online-Spieleplattform Roblox. Eltern von Schülerinnen und Schülern im Kanton haben ein entsprechendes Schreiben erhalten. Das berichtet das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).
Grund dafür sind Gefahren, die von Pädokriminellen auf der Plattform ausgehen. Der behördlichen Warnung waren Meldungen zu mehreren problematischen Fällen vorausgegangen.
Der Beitrag von RTS (dt. Untertitel):
«Sehr junge Kinder haben insbesondere berichtet, Nachrichten sexuellen Inhalts oder unangemessenen Inszenierungen über Avatare ausgesetzt gewesen zu sein», heisst es in dem Schreiben der Behörden.
«Wir haben einige Rückmeldungen von Lehrpersonen erhalten und haben uns gesagt, dass wir die Eltern warnen sollten, bevor es zu spät ist», sagt die Genfer Bildungs- und Jugenddirektorin Anne Hiltpold gegenüber RTS.
Roblox ist eine Art Paralleluniversum, das aus einer Vielzahl von Spielen besteht, in denen jeder Nutzer über einen Avatar agiert. Fast 40 Prozent der weltweit 111 Millionen Roblox-Nutzer sind Minderjährige.
Beunruhigend ist insbesondere die integrierte Chatfunktion, mit der Nutzerinnen miteinander in Kontakt treten können. Ein Raum, in dem sich auch Erwachsene mit bösen Absichten verbergen können.
Keine vollständige Sicherheit
Zwar gibt es bei Roblox eine Kindersicherung und eine Altersüberprüfung. Doch das garantiert keine vollständige Sicherheit. Die Plattform setzt auf künstliche Intelligenz, die das Gesicht oder einen Ausweis scannt.
Diese Methode wird von einigen jungen Nutzern als wenig zuverlässig eingestuft. «Bei mir hat die Plattform gesagt, ich sei 13 Jahre alt. Aber bei meinem Kollegen hat sie gesagt, er sei 7 Jahre alt», erzählt ein 13-Jähriger im Beitrag von RTS.
Aufruf zu Prävention und Dialog
Martin Tazlari, Mitglied der Vereinigung Declick, die auf digitale Prävention spezialisiert ist, kennt die Plattform Roblox gut. Bei seinen Beobachtungen hat er zum Beispiel festgestellt, dass Kinder schnell Zugang zu sensiblen Bereichen wie virtuellen Nachtclubs haben.
Für ihn ist es entscheidend, dass Kinder wissen, wie sie reagieren müssen. «Eltern müssen mit ihren Kindern über das sprechen können, was man im Spiel machen will, über die Inhalte, ob man von Personen kontaktiert wurde und welche Gespräche es gab. Und wenn es problematische Inhalte oder Gespräche gibt, welche Reflexe das Kind haben sollte. Nämlich das Konto blockieren, es bei der Plattform melden und mit einem Erwachsenen darüber sprechen, um Situationen zu vermeiden, die dramatisch werden können.»