Atomruine von Fukushima leckt

Neue Hiobsbotschaft aus der Atomruine Fukushima: Jeden Tag sickern hunderte Tonnen verseuchten Wassers aus dem havarierten Kraftwerk in den Pazifik. Nun soll tiefgefrorene Erde helfen, wenigstens eindringendes Wasser zu stoppen.

Tanks bei der Atomruine von Fukushima, davor ein Mann in weisser Schutzkleidung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Tanks, in denen das verseuchte Wasser aufgefangen wird, reichen für die riesigen Mengen kaum aus. Keystone

Aus der Atomruine Fukushima strömen jeden Tag 300 Tonnen belastetes Wasser ins Meer. Das hat die japanische Regierung mitgeteilt. Die Kontaminierung sei jedoch auf Bereiche nahe dem Kernkraftwerk beschränkt, hiess es nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

Der Atombetreiber Tepco hatte im vergangenen Monat zugegeben, dass hochgradig belastetes Wasser in den Boden einsickere und das Meer verseuche. Die Ursache dafür müsse noch herausgefunden werden. Die gewaltigen Massen radioaktiv verseuchten Wassers in der zerstörten Anlage stellen für die Reparaturtrupps eines der grössten Probleme dar.

Dabei handelt es sich nicht nur um die riesigen Wassermengen, die zur nötigen ständigen Kühlung in die Reaktoren gepumpt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass jeden Tag rund 400 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich dort mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen. Die auf dem Areal gebauten Auffangtanks reichen für das kontaminierte Wasser kaum aus.

Tiefgefrorener Boden soll helfen

Um ein weiteres Eindringen von Wasser in die zerstörte Atomanlage zu verhindern, soll jetzt ein unterirdischer Wall aus gefrorenem Boden um die Reaktorgebäude errichtet werden. Dazu sollen Rohre mit chemischen Kühlmitteln um die Gebäude der Reaktoren 1 bis 4 im Erdreich verlegt werden. Der auf diese Weise entstehende Schutzwall aus gefrorenem Boden werde voraussichtlich eine Länge von 1,4 Kilometern haben.

Da der ohnehin schon finanziell schwer belastete Betreiberkonzern Tepco die dafür nötigen Mittel nicht wird aufbringen können, müsse der Staat einspringen, erklärte ein Regierungssprecher. Der Bau eines Schutzwalls mit gefrorenem Boden von solchen Ausmassen sei in der Welt beispiellos. Um so etwas errichten zu können, müsse der Staat dafür aufkommen, wurde der Sprecher zitiert.

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