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Australiens reichste Frau «Die weibliche Trump»: Verkehrte Welt in Down Under

Multimilliardärin, MAGA-Verehrerin, Klimaleugnerin: Gina Rinehart ist eine so schillernde wie umstrittene Figur.

Mit der Lupe suchen muss man Gina Rinehart eigentlich nicht. Denn die Bergbaumagnatin liebt den Kult um ihre Person. Dass der «Guardian» trotzdem auf Spurensuche ging, hat andere Gründe.

Der reichste Mensch Australiens weilte nämlich vergangenes Jahr an Trumps Wahlparty in Mar-a-Lago. Der «Guardian» zeichnete minutiös nach, mit wem sie Hände schüttelte und sich unterhielt. Journalistische Detektivarbeit.

Überraschend war Rineharts Reise nach Florida nicht: Berichte über ihre glühende Verehrung der MAGA-Bewegung gibt es zuhauf. So soll sie die Angestellten ihrer Firmen dazu aufgefordert haben, Trumps Antrittsrede anzusehen.

Solidarität mit «Peanut»

Rinehart selbst zählt sich zu den «Trumpettes» – einer Gruppe vermögender Frauen, die an Cocktailpartys für die Agenda des US-Präsidenten trommelt.

Toni Holt Kramer, die Gründerin der «Trumpettes», würdigt Rinehart als «weibliche Donald Trump». Die, glaubt man dem «Guardian», eine silberne Skulptur von «Peanut» besitzt.

Squirrel trägt einen Cowboyhut und wird gehalten.
Legende: Das New Yorker Eichhörnchen hatte Hunderttausende Follower auf Instagram. Dann wurde es wegen illegaler Wildtierhaltung beschlagnahmt und wegen Tollwut-Verdacht eingeschläfert. Instagram/peanut_the_squirell

Peanut gilt seit seinem «Märtyrertod» als Maskottchen der rechtslibertären Bewegung – und der Wut auf den übergriffigen Staat, der nicht einmal vor wehrlosen Nagern Halt macht.

«Wählt Peanut, wählt die Freiheit!»

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An einer Wahlkampfveranstaltung zeigte sich JD Vance im Herbst 2024 «sehr wütend» über den Tod des Eichhörnchens: «Sie interessieren sich nicht für Migranten an der Grenze, aber gönnen uns nicht mal die Haustiere.» Der Halter des Eichhörnchens rief zur Wahl von Donald Trump auf. Auch Elon Musk prangerte die Einmischung der verhassten Bürokratie in Privatangelegenheiten bitter an – und rief auf X auf: «Wählt Peanut, wählt die Freiheit!»

Nun macht Rhinehart erneut Schlagzeilen: mit dem Ende eines dreizehnjährigen Gerichtsstreits – mit ihren eigenen Kindern. So muss die auf über 20 Milliarden Franken geschätzte Unternehmerin einen Teil ihres Vermögens an ihre Erben abtreten.

Drei Personen vor Industriehintergrund, eine im Vordergrund.
Legende: Rinehart hatte in den 1990er-Jahren das Eisenerz-Imperium ihres Vaters übernommen. Nun entbrannte ein Streit mit ihren Kindern (im Hintergrund) darüber, ob Gina tatsächlich als einzige Herrscherin über die Firma vorgesehen war. Imago/AAP/Susie Dodds

«Ein paar Hundert Millionen an ihre Erben abzugeben, wird Rinehart zwar ärgern», sagt SRF-Korrespondent Urs Wälterlin. «Aber das zahlt die Multimilliardärin aus der Kaffeekasse.»

Kontrollwahn, vielleicht auch Geiz? Warum Rinehart ihre eigenen Kinder vom Familienunternehmen fernhalten will, bleibt Spekulation. Der Ausgang der Geschichte ist für Wälterlin aber eine Tragödie: «Rinehart hat Hancock Prospecting zu einem Bergbauimperium gemacht – ihre Familie hat sie dabei aber verloren.»

Gemälde einer Frau mit dem Namen 'Gina' darüber.
Legende: Vor zwei Jahren dominierte ein anderer Gerichtsstreit die Schlagzeilen: Rinehart verlangte erfolglos, dass ein wenig schmeichelhaftes Portrait in einer Ausstellung in Canberra abgehängt wird. Keystone/EPA/Lukas Coch

Die 71-Jährige stammt aus Perth. In ihrem feudalen Anwesen lädt sie illustre Gäste zu Pferdeshows und Partys ein; flankiert von australischen Olympia-Stars schipperte sie auch schon über die Seine.

Als Mäzenin fördert Rinehart den australischen Sport. Auch ihr philanthropisches Engagement ist unbestritten.

Gruppe von Sportlern mit Zertifikaten.
Legende: Lohnendes Investment: Die reichste Frau Australiens hatte ihren Anteil am Medaillenregen für das australische Team bei Olympia in Paris. Imago/AAP/Darren England

Mit einem konservativen Thinktank und Spenden an die Opposition versucht Rinehart, auch auf die Politik einzuwirken. «Sie beeinflusst die Politik und öffentliche Debatte direkt – und wohl so stark wie niemand sonst in Australien», berichtet der SRF-Korrespondent.

Personenkult im eigenen Unternehmen

Mit US-Präsident Trump verbindet Rinehart auch das Motto «Drill, baby, drill!»: Ihre Unternehmen fördern mittlerweile auch Öl und Gas und betreiben Viehwirtschaft im grossen Stil. Den Klimawandel bezeichnet die Unternehmerin als Mythos.

Umweltauflagen betrachtet sie als Ärgernis, ebenso den Anspruch der Aborigines auf ihr Land. Auch wenn sie gemässigter auftritt als ihr Vater.

Schwarz-Weiss-Foto von zwei Personen, die nebeneinander sitzen.
Legende: In einem berüchtigten Fernsehinterview 1984 schlug Lang Hancock (rechts, neben Gina Rinehart) vor, das Wasser zu vergiften, um die australischen Ureinwohner zu sterilisieren und so ihr Aussterben herbeizuführen. Getty Images/Fairfax Media/Susan Windmiller

Rinehart mag eine knallharte Geschäftsfrau sein. Als Chefin hat sie aber auch eine andere Seite. «Sie soll ihren Mitarbeitenden zu Weihnachten nicht nur gelegentlich einen Schinken, sondern gleich ein Auto schenken», sagt Wälterlin.

Im Gegenzug für hohe Boni und lukrative Gewinnspiele lässt sie sich – auf ausdrücklichen Wunsch – Dankesbriefe von der Belegschaft zukommen. Wer von ihrer Grosszügigkeit profitiert, dürfte die Chefin umso überschwänglicher loben.

SRF 4 News. 17.04.2026, 6:22 Uhr ; 

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