Glencore stellt sich der Kritik

Das Kupferwerk Mopani hat nach einem Leck die Anwohner mit giftigen Abgasen geschädigt. Glencore habe aber die Anlage modernisiert. Heute würden 97 Prozent der Schwefeldioxid-Emissionen gefiltert, erklärt der Leiter Nachhaltigkeit bei Glencore Michael Fahrbach an der «Rundschau»-Theke.

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Theke: Michael Fahrbach

8:13 min, aus Rundschau vom 22.10.2014

Im Kupferwerk der Mopani Copper Mines des Schweizer Rohstoffhandels-Unternehmen Glencore ist im Juni 2014 eine neue Filteranlage in Betrieb genommen worden. Sie soll den Grossteil der Abgase zurückhalten. Im August entwichen aber Schwefeldioxid-Dämpfe, die im angrenzenden Wohnquartier mehrere Kinder vergifteten. Ein älterer Anwohner verstarb später im Spital.

Michael Fahrbach, Leiter Nachhaltigkeit bei Glencore, stellte sich an der Theke der «Rundschau» den Fragen nach der Verantwortlichkeit des Rohstoffunternehmens. Im März hatte Glencor in der «Rundschau» angekündigt, im Werk Mopani eine neue Filteranlage einzubauen.

Michael Fahrbach zeigt mit dem Finger auf die Werte auf einem Datenblatt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Michael Fahrbach zeigt die Daten des SO2-Ausstosses nach der 1. und 2. Modernisierungs-Phase im Kupferwerk Mopani. SRF

«Die Anlage läuft. Wir sind dabei, sie hochzufahren. Dabei gibt es manchmal noch Probleme, aber die Anlage nimmt heute 97 Prozent der Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) aus der Luft», erklärt Fahrbach. Es gebe aber heute noch kleinere Schwierigkeiten, die Anlage mit einem Investitionsvolumen von 500 Millionen Franken vollständig zu fahren. Es gebe mechanische Probleme, aber auch einen Korrektur-Plan. «Die Anlage wird die geplanten Werte erreichen. 2007 haben wir erste Modernisierungen gemacht. Man sieht auf der Grafik, wo sich die Anlage mit dem SO2-Ausstoss heute befindet.»

Doch derzeit kämpft die Kupfer-Gewinnungs-Anlage noch mit Altlasten. Trotzdem sei die Anlage nach dem Umbau und dem um umgesetzten Modernisierungsplan mit den Abgas-Werten heute da, wo man sie haben wolle, erklärt Fahrbach.

Entschädigungszahlungen in Absprache mit den lokalen Behörden

Im Sommer verstarb der 69-jährige Bernard Mutale nach einem Austritt von giftigem SO2. Kann die Familie mit einer Entschädigung rechnen? Glencore wolle zu Schicksalen einzelnen Personen keine Aussage machen, sagt Fahrbach. «Es geht darum, den Standort in einen nachhaltigen Zustand zu führen. Und dieser Verpflichtung sind wir auch nachgekommen.»

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Kupferwerk Mopani in Sambia

Nach einem Austritt von giftigen Abgasen ziehen Anwohner des Werkes Glencore vor Gericht. Mehr zum Fall hier.

Kritisiert wird auch die minimale Entschädigung von knapp 20 Franken, die etwa eine betroffen Frau für ihr kontaminiertes Feld erhalten hat. Zum Entschädigungsprozess meint Fahrbach, dass man sich mit der lokalen Behörde in Sambia zusammengesetzt habe. In der gemeinsamen Mediation sei man zu diesem Lösungsvorschlag gekommen. Man habe erfahren, dass eine «überwiegende Übereinstimmung und Zufriedenheit festgestellt wurde». Glencore habe wie bei allen Entschädigungsprozessen für etwas bezahlt, «obwohl wir gar nicht anerkannt haben, dass wir für den Schaden verantwortlich sind», sagt Fahrbach.

Moderator Sandro Brotz insistiert aber, denn im März habe Glencore angekündigt, man werde mit der Regierung eine einvernehmliche Regelung bei Entschädigungsforderungen finden. «Bei Entschädigungen setzen wir uns partnerschaftlich mit der sambischen Regierung zusammen.» Aber zu dem laufenden Verfahren nehme das Unternehmen keine Stellung, sagt Fahrbach. Trotz allem sei das Engagement in Sambia eine Erfolgsgeschichte. Seit 15 Jahren sei das Werk in Betrieb und beschäftige 16‘000 Angestellte.