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Grösste Insel der Welt Darum will die Trump-Administration volle Kontrolle über Grönland

Die US-Administration von Donald Trump hat in den letzten Tagen ihren Anspruch auf Grönland akzentuiert. Es wurde ein Kauf oder sogar eine militärische Invasion ins Spiel gebracht. Welche Interessen dahinterstecken, erklärt SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte in New York.

Jens Korte

Freier Börsenjournalist

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Jens Korte berichtet von der Wallstreet in New York. Bereits seit 1999 arbeitet er dort für verschiedene Medien, darunter für SRF. Im Jahr 2003 gründete er die Firma nygp – new york german press. Korte hat eine Lehre zum Industriekaufmann abgeschlossen und ein Studium der Volkswirtschaft in Berlin absolviert.

Welche wirtschaftlichen Interessen hat Trump an Grönland?

Einmal mehr geht es unter anderem um Öl und Erdgas. Vor der Küste Grönlands – also Offshore – werden grosse Vorkommen vermutet. Zudem soll es in Grönland viele weitere Bodenschätze geben, darunter Seltene Erden. Die US-Regierung hat eine Liste mit 50 Mineralstoffen, die sie als kritisch einstuft – und 39 davon sollen in Grönland vorhanden sein.

Ausserdem werden die Seehandelsrouten mit dem infolge des Klimawandels zurückgehenden Eises in der Nordpolarregion immer leichter befahrbar und dadurch wichtiger für die USA. Und nicht zuletzt werden von der US-Regierung immer wieder sicherheitspolitische Aspekte betont.

Trump lässt nicht locker

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Hand zeigt OK-Geste vor US-Flagge.
Legende: Reuters/Jonathan Ernst

US-Präsident Trump hatte bereits 2019 in seiner ersten Amtszeit einen Besitzanspruch auf Grönland geäussert und wollte die Insel für die USA kaufen. Die Dänen hatten zunächst an einen Scherz geglaubt.

Die USA haben schon jetzt weitgehende Rechte, die Insel zur eigenen Verteidigung zu nutzen – unter anderem durch ein Verteidigungsabkommen von 1951. Im abgeschiedenen Pituffik, etwa 1500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nuuk, betreibt das US-Militär seit langem einen Militärstützpunkt. Dieser unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen.

Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer grössere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Aussen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark. Durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. (dpa)

Könnten sich die USA den Zugang zu den Ressourcen auch auf legalem Weg sichern?

Viele Experten gehen davon aus, dass die USA über Vereinbarungen mit Grönland und Dänemark Zugang bekommen könnten. Allerdings kann die US-Regierung viel freizügiger vorgehen, wenn sie komplette Kontrolle über Grönland hätte – etwa bei der Ausbeutung der vermuteten Rohstoffe. Der Zugang zu diesen Rohstoffen ist jedoch alles andere als einfach. Es wären immense Investitionen über Jahre oder sogar Jahrzehnte nötig.

Und was die Sicherheitsinteressen angeht: Die US-Armee hat schon jetzt Basen auf Grönland. Und Dänemark hat Bereitschaft signalisiert, einen Ausbau dieser Basen zu unterstützen. Die USA haben im Übrigen schon in der Vergangenheit immer wieder ein Auge auf Grönland geworfen, so etwa nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals boten sie 100 Millionen Dollar in Gold für die Insel, blitzten damit bei Dänemark aber ab.

Welche US-Firmen würden von einer Übernahme profitieren?

Es gibt eigentlich nur ein US-Unternehmen, das auf Seltene Erden spezialisiert ist: MP Materials. Die Aktie des Unternehmens stieg in den letzten Tagen denn auch leicht an. Daneben könnten längerfristig auch US-Infrastrukturunternehmen von einer Übernahme Grönlands durch die USA profitieren, die im Gas- oder Erdölbereich Dienstleistungen anbieten. Dazu gehört etwa Burton. Auch Erdölkonzerne könnten interessiert sein, zu investieren. Aber: Das alles ist Zukunftsmusik. Und bis allenfalls ein Unternehmen Geld verdienen würde, wird es noch viele Jahre dauern.

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SRF 4 News aktuell, 8.1.2026, 8:50 Uhr ; 

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