Anhörung im Senat James Mattis kritisiert Russland

Der künftige US-Verteidigungsminister James Mattis betont die Verbundenheit der USA mit der Nato. Bei seiner Anhörung im Senat kritisierte er aber Russland und den Versuch des russischen Präsidenten, die Nordatlantische Allianz zu brechen.

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James Mattis kritisiert Russland

1:34 min, aus Tagesschau vom 12.1.2017

Unverhohlene Kritik: Der designierte US-Verteidigungsminister James Mattis hat bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress Russland kritisiert. Zwar teile er den Wunsch des gewählten Präsidenten Donald Trump, mit der Regierung in Moskau zusammenzuarbeiten. Das sei selbst in den dunkelsten Tagen des Kalten Krieges geschehen, erklärte der ehemalige General vor dem Verteidigungsausschuss des Senats.

Bruch der Nato? «Wir müssen uns dem Vorgehen Russlands entgegenstellen, wenn es Bereiche gibt, in denen wir nicht zusammenarbeiten können. Und wir müssen uns verteidigen, wenn Russland beschliesst, gegen unsere Interessen zu handeln», sagte Mattis. Der ehemalige General der Marine-Infanterie betonte, es sei «nun wichtig, dass wir realisieren, mit wem wir es bei Wladimir Putin zu tun haben. Und erkennen, dass er versucht, die Nordatlantische Allianz zu brechen.»

Nato und die Geschichte: Mattis bekannte sich bei der Anhörung ausdrücklich zur Nato, indem er von einer Lehre der Geschichte sprach: «Staaten mit starken Bündnissen gedeihen und solche ohne sie gehen ein.» Nach Mattis‘ Meinung ist die Nato «das erfolgreichste Militärbündnis in der jüngeren Weltgeschichte, vielleicht auch das erfolgreichste je. Deshalb sollen die USA die engst mögliche Beziehung mit der Nato aufrecht erhalten.»

Gruppenbild mit Donald Trump, James Mattis und Mice Pence. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das ist mein Mann fürs Militär: Donald Trump (L) deutet auf James Mattis (M), daneben Vize Mike Pence. SRF

Das Korrektiv zu Trump: Mit seinem Bekenntnis zum transatlantischen Militärbündnis äussert sich Mattis deutlich anders als Donald Trump. Dieser hatte im Wahlkampf gar das Prinzip der Beistandsverpflichtung der Nato-Staaten infrage gestellt. An Trumps Seite könnte Mattis als eine Art Korrektiv wirken, sagt SRF-Korrespondent Thomas von Grüningen: «In Washington traut man ihm zu, dass er sich unüberlegten militärischen Vorhaben des Präsidenten mutig in den Weg stellen würde.»

Der militärische Realist: Die Nominierung des 66-jährigen Mattis gilt als unbestritten. Während seiner 44-jährigen Militärkarriere erwarb er sich den Ruf als entschiedener Gegner der Folter, während sich Trump für die Foltertechnik «Waterboarding» ausgesprochen hat. Der General mit dem Spitznamen «Mad Dog» stritt aber auch schon als General des Central Command mit Präsident Barack Obama über die Bedrohung durch den Iran, den Mattis als «grösstes destabilisierendes Element» im Nahen Osten bezeichnet hat.

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