CL-Viertelfinal abgesagt Sprengsätze beim BVB-Bus explodiert – ein Spieler verletzt

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BVB-Bus von Explosionen getroffen

1:13 min, aus 10vor10 vom 11.4.2017
  • Die Champions-League-Partie von Borussia Dortmund gegen AS Monaco ist abgesagt worden.
  • Am Dortmunder Mannschaftsbus waren zuvor drei Sprengsätze detoniert.
  • BVB-Spieler Marc Bartra wurde verletzt und notärztlich versorgt. Die Partie soll nun am Mittwoch stattfinden.
  • Die Sprengsätze seien in einer Hecke versteckt worden, teilte die Polizei mit. Wer die Sprengsätze dort platziert habe, sei unklar.
  • In der Nähe des Tatortes wurde ein Schreiben gefunden. Dessen Echtheit werde derzeit «intensiv geprüft», hiess es von der Staatsanwaltschaft.
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«In Gedanken beim BVB»

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière äusserte sich nach den Explosionen nahe des BVB-Busses. «Meine Gedanken sind bei der Mannschaft», wurde der CDU-Politiker am Abend zitiert.«Jetzt gilt es, die Hintergründe aufzuklären. Ich hoffe, dass morgen wieder der Fussball im Mittelpunkt steht.» De Maizière ist auch für Sport zuständig.

Schock und Bestürzung in Dortmund: Nach drei Explosionen am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist das Champions-League-Spiel am Abend gegen AS Monaco abgesagt worden. Das teilte der Fussball-Bundesligist eine Viertelstunde vor dem geplanten Anpfiff des Viertelfinal-Hinspiels in der Signal-Iduna-Arena mit. Die Behörden gehen laut dem Dortmunder Polizeipräsidenten Gregor Lange von einem «gezielten Angriff auf die Mannschaft» aus.

BVB-Verteidiger Marc Bartra wurde durch Splitter an einer Hand verletzt und musste ins Spital gebracht werden, bestätigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Bartra erlitt eine gebrochene Speiche im rechten Handgelenk und «diverse Fremdkörpereinsprengungen» im Arm, sagte ein Borussia-Sprecher. Der Spieler wurde noch am Dienstagabend operiert. Der Grund für die Detonationen war zunächst unklar.

Mit Drohne Umgebung abgesucht

«Die ganze Mannschaft ist in einer gewissen Schockstarre. Wir müssen versuchen, das in irgendeiner Weise zu kanalisieren. Das wird nicht einfach, wir müssen morgen spielen. Solche Bilder bekommst du nicht aus dem Kopf raus», sagte Watzke.

Kurz nach der Abfahrt des Fussball-Bundesligisten vom Teamhotel zum Stadion waren in der Nähe des Mannschaftsbusses die Sprengsätze explodiert. Diese könnten in einer Hecke in der Nähe eines Parkplatzes versteckt gewesen sein, wie die Polizei mitteilte.

Tweet der Polizei Dortmund

Die Sicherheitskräfte suchten die Umgebung mit einer Drohne ab. Nach dem Angriff auf den Bus wurde ein weiterer verdächtiger Gegenstand gefunden. Dabei handelte es sich nach ersten Erkenntnissen nicht um einen scharfen Sprengsatz. Es sei zwar ein sprengsatzähnlicher Gegenstand gefunden worden, dieser habe aber nicht gezündet, sagte Polizeipräsident Lange.

Bei den Explosionen gingen mehrere Scheiben des Mannschaftsbusses zu Bruch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei den Explosionen gingen mehrere Scheiben des Mannschaftsbusses zu Bruch. Keystone

Scheiben des Busses geborsten

Der Ort der Explosionen wurde weiträumig abgesperrt. Die Match-Besucher haben das Stadion mittlerweile verlassen. Dabei kam es laut Polizei zu keinen Problemen. Die Mannschaft sollte zunächst mit einem anderen Bus zum Stadion gebracht werden. Mehrere Spieler hielten sich vor der Unterkunft auf. Nach der Absage kehrte das Team in das Hotel zurück.

In einer weiteren Polizeimitteilung hiess es: «Nach jetzigem Kenntnisstand sind die Scheiben des Busses (ganz oder teilweise) geborsten. Um was es sich bei der Explosion genau gehandelt hat oder wo genau etwas explodiert ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden.»

Nach dem Angriff auf den Bus wurde in der Nähe des Tatorts ein Schreiben gefunden. «In dem Schreiben wird die Verantwortung für die Tat übernommen», sagte Staatsanwältin Sandra Lücke am späten Dienstagabend. Die Echtheit des Schreibens werde im Moment «intensiv geprüft». Aus ermittlungstaktischen Gründen könne sie zum Inhalt des Schreibens derzeit keine Angaben machen. Es werde wegen des «Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts» ermittelt, sagte Lücke.