G20-Proteste in Hamburg Spur der Verwüstung nach Ausschreitungen

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Krawalle in Hamburg

0:39 min, aus Tagesschau Nacht vom 7.7.2017
  • Vermummte Linksextreme und die Polizei hatten sich Strassenschlachten geliefert. Demonstranten aus dem «Schwarzen Block» bewarfen Polizisten mit Flaschen und anderen Gegenständen. Die Polizei setzte Pfefferspray und Wasserwerfer ein.
  • Nachdem die Veranstalter die «Welcome to Hell»-Demo für beendet erklärt hatten, waren am späten Donnerstagabend noch einzelne Scharmützel gemeldet worden.
  • Die Lage in Hamburg, dem Austragungsort des G20-Gipfels, hat sich danach beruhigt. Beobachter an den Brennpunkten des Abends bestätigten die Angaben.
  • Die Polizei meldet mindestens 76 verletzte Polizisten, drei mussten im Spital behandelt werden. Auch unter den Demonstranten gab es zahlreiche Verletzte, deren Zahl ist unklar.

Etwa 1000 Vermummte hatten sich laut der Polizei am frühen Donnerstagabend, kurz nachdem der Protestzug in Bewegung kam, unter die rund 12'000 Demonstrierenden gemischt. Nach wenigen hundert Metern stoppte die Polizei den Zug. Sie begründete dies mit dem Vermummungsverbot.

Die Sicherheitskräfte teilten mit, sie hätten versucht, den «Schwarzen Block» der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen. Dies sei aber nicht gelungen. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Flaschen und zündeten Feuerwerkskörper.

Gruppen in Nebenstrassen

Die Polizei setzte darauf Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Sanitäter mussten Verletzte behandeln. Nach gut einer Stunde erklärte der Veranstalter den Protestzug für beendet.

«  Die Auseinandersetzungen bei der Demo waren eine Eskalation mit Ansage. »

Netzwerk Attac

Aus dem Demozug entfernten sich im Anschluss immer wieder Gruppen, die in Nebenstrassen verschwanden. Schaufensterscheiben gingen zu Bruch. Laut Polizeipräsident Ralf Martin Meyer zogen viele Kleingruppen durch die Stadt und errichteten Barrikaden. Beamte seien angegriffen worden.

Attac übt Kritik an Polizei

Nach Angaben der Veranstalter der Kundgebung sind auch zahlreiche Demonstranten verletzt worden, einige ernsthaft. Der globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilt zudem die Strategie der Polizei. «Die Auseinandersetzungen bei der Demo waren eine Eskalation mit Ansage: Es ist offenkundig, dass die Demo nach dem Willen von Polizei und Senat nie laufen sollte.»

Neuer friedlicher Demozug

Nach Polizeiangaben bildete sich auf der Reeperbahn am späten Abend ein neuer grosser Demozug mit 8000 Menschen. Die Kundgebung, die unter dem Namen «Recht auf Stadt und gegen Polizeigewalt» neu angemeldet wurde, sei weitgehend friedlich verlaufen, so Augenzeugen.