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Eine Frage des Stils sorgt in den USA für Aufruhr
Aus Tagesschau vom 08.10.2016.
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US-Wahlen Trump über Frauen: «Wenn Du ein Star bist, lassen sie alles zu»

Kann sich Donald Trump davon erholen? Eine Videoaufzeichnung mit obszönen Äusserungen des Milliardärs über Frauen schlägt in den USA hohe Wellen – und das ausgerechnet kurz vor dem so wichtigen zweiten Fernsehduell mit Hillary Clinton.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf ist Donald Trump durch ein neu aufgetauchtes Skandalvideo unter massiven Druck geraten. Wegen vulgärer Äusserungen über Frauen sah sich der Kandidat der Republikaner zu einer Entschuldigung bei seinen Landsleuten genötigt.

«Ich habe es gesagt. Es war falsch. Ich entschuldige mich», sagte Trump in einer aufgezeichneten Botschaft, die seine Wahlkampfzentrale in der Nacht öffentlich machte.

Das vor über zehn Jahren aufgenommene Video mit anzüglichen und abwertenden Äusserungen von Trump über Frauen schlug in den USA hohe Wellen. Auch führende Politiker der Republikaner, zu deren wichtigster Ziel- und Wählergruppe strenggläubige Christen zählen, distanzierten sich von dem 70-Jährigen.

Ein gemeinsamer Auftritt mit dem mächtigen Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, wurde abgeblasen. Einige Republikaner, darunter der ehemalige Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, forderten Trump zum Rücktritt als Präsidentschaftskandidat auf.

«Wenn du ein Star bist, lassen sie es zu»

US-Medien sprachen von einer «Bombenexplosion» im Wahlkampf, von der sich Trump möglicherweise nicht mehr erholen könne. Der Kommentator Bob Beckel erklärte auf CNN: «Dieser Wahlkampf ist vorüber. Es gibt kein Rennen um die Präsidentschaft mehr.»

Der am Freitag von der «Washington Post» veröffentlichte Stein des Anstosses stammt aus dem Jahr 2005: In dem Video ist zu hören, wie der damals bereits mit seiner jetzigen Frau Melania verheiratete Trump in drastischen Worten seinen Versuch beschreibt, eine andere Frau zu verführen.

«Ich habe mich an sie rangemacht, bin aber gescheitert», sagt er. Er habe versucht, «sie zu f*****. Sie war verheiratet.» Er habe sich hemmungslos («like a bitch») an sie rangemacht, aber ohne Erfolg. Inzwischen habe die – nicht näher identifizierte – Frau «ihr Aussehen total verändert». Trumps Beschreibung: «Sie hat jetzt grosse künstliche T***** und alles.»

Der Immobilienmogul fährt dann fort, dass er sich «automatisch» zu schönen Frauen hingezogen fühle. «Ich fange einfach an, sie zu küssen (...). Ich warte nicht einmal. Und wenn du ein Star bist, dann lassen sie es zu. Du kannst alles machen.» Er könne sogar Frauen zwischen die Beine grapschen (und sie liessen es geschehen).

Harsche Kritik auch von Seiten der Republikaner

Clinton fünf Prozent vor Trump

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Hillary Clinton führt in der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage mit fünf Prozentpunkten vor Donald Trump. Damit ist der Abstand zwischen der ehemaligen Aussenministerin und dem Geschäftsmann seit Anfang September faktisch gleich geblieben. Der neusten Umfrage zufolge würden gegenwärtig 43 Prozent der Wähler für Clinton und 38 Prozent für Trump stimmen.

Zu hören sind in dem Video Auszüge eines während einer Busfahrt geführten Privatgesprächs Trumps mit dem damaligen Moderator der Infotainment-Fernsehsendung «Access Hollywood», Billy Bush.

Hillary Clinton selbst nannte Trumps damalige Bemerkungen «schrecklich» und appellierte an die Wählerschaft: «Wir dürfen es nicht zulassen, dass dieser Mann Präsident wird.»

Auch führende Republikaner verurteilten die Äusserungen Trumps scharf. Sie erzeugten bei ihm Übelkeit, erklärte Abgeordnetenhaus-Chef Ryan laut der «Washington Post». «Ich hoffe, dass Herr Trump die Situation mit dem Ernst behandelt, die sie erfordert, und dass er daran arbeitet, dem Land zu demonstrieren, dass er grösseren Respekt vor Frauen hat als es dieser (Video-)Clip zeigt.»

Nächste Debatte am Sonntagabend

Clinton und Trump treffen am Sonntagabend (Ortszeit) in St. Louis zu ihrer zweiten Fernsehdebatte zusammen. Die erste Ende September hatte die Demokratin nach unabhängigen Einschätzungen klar gewonnen. Danach legte sie in Umfragen zu und erhöhte damit den Druck auf Trump, im zweiten TV-Duell gut abzuschneiden.

Danach gibt es nur noch eine letzte Fernsehdebatte, bevor am 8. November gewählt wird.

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