Im ewigen Eis Die Schweizer Polar-Mission: 7 Fragen – 7 Antworten

Was wird bei der Antarktis-Expedition erforscht? Wieso ist die Schweiz dabei? Hier die wichtigsten Antworten.

Rot-weisses Schiff, im Vordergrund Eis und Wassertümpel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Schweizer Auftrag im Südpolarmeer unterwegs: Das russische Forschungsschiff «Akademik Tryoshnikov» bei einer früheren Expedition. AARI

Was ist das Ziel der Expedition? Die «Antarctic Circumnavigation Expedition» (ACE) will per Schiff die Antarktis umrunden und dabei Proben und wissenschaftliche Daten sammeln. Diese sollen neue Erkenntnisse liefern zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Verschmutzung des Südpolarmeers. Die Region spiele unter anderem als Kohlendioxid-Senke für das weltweite Klima eine wichtige Rolle, so der wissenschaftliche Expeditionsleiter David Walton.

Was genau wird erforscht? An Bord des russischen Forschungsschiffs «Akademik Tryoshnikov» arbeiten etwa 150 Wissenschaftler abwechslungsweise an 22 Forschungsprojekten. Die Expedition will die Zusammenarbeit verschiedener Wissenschaftsdisziplinen stärken und vereint deshalb Projekte aus den Bereichen Glaziologie, Klimatologie, Biologie, Biochemie und Ozeanografie. Konkret geht es in den Untersuchungen etwa um Mikroplastik in der Nahrungskette, Wellenbildung in den Ozeanen oder die Erforschung bedrohter Tierarten wie Wale, Albatrosse oder Pinguine.

Was ist die Rolle der Schweiz? Die internationale Expedition wird vom Swiss Polar Institute (SPI) organisiert, einem Anfang Jahr gegründeten Zusammenschluss Schweizer Forschungseinrichtungen mit Sitz an der ETH Lausanne (EPFL). Mit der ETH Zürich, dem Paul-Scherrer-Institut, der Universität Genf und der EPFL sind auch vier Schweizer Hochschulen mit je einem Forschungsprojekt an Bord.

Weshalb interessiert sich die Schweiz für Polarforschung? Der Klimawandel und die steigenden Temperaturen führen in den Alpen wie in der Antarktis dazu, dass Eis und Gletscher schmelzen. «Wir sehen uns in den alpinen Regionen ähnlichen Herausforderungen gegenüber wie in den Polarregionen», sagte Krystyna Marty Lang, stellvertretende Staatssekretärin des Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten anlässlich einer Medienkonferenz zum Start der Expedition.

Wer finanziert die Expedition? Die ACE-Expedition kostet etwa drei Millionen Franken. Einen Teil des Geldes bringen die beteiligten Institutionen auf. Den Grossteil finanziert die Pharmafirma Ferring Pharmaceuticals des Milliardärs und Abenteurers Frederik Paulsen. Der im Waadtland lebende schwedische Unternehmer hat sowohl die Expedition wie auch die Gründung des Schweizer Polarforschungsinstituts SPI initiiert.

Expeditions-Route und Zeitplan: Das Forschungsschiff hat am 20. Dezember im südafrikanischen Kapstadt abgelegt. Die Expedition führt in drei Etappen über Hobart auf Tasmanien und Punta Arenas im Süden Chiles wieder an den Ausgangpunkt zurück. Pro Etappe werden jeweils etwa 55 Forschende an Bord sein. Unterwegs legt das Schiff an mehreren Inseln und auf dem antarktischen Festland an. Die Umrundung der Antarktis wird voraussichtlich drei Monate dauern. Am 19. März 2017 soll die «Akademik Tryoshnikov» wieder in Kapstadt einlaufen.

Wann werden erste Forschungsergebnisse erwartet? Eine erste Bilanz der Expedition wird im September 2017 im Rahmen eines internationalen Symposiums in Crans-Montana präsentiert.