Solothurn: Bahnbrechende Technologien ausgezeichnet

Fünf Jungunternehmen haben am Donnerstag in Solothurn je 100'000 Franken Startkapital erhalten. Der begehrte W.A. de Vigier Preis wurde bereits zum 27. Mal vergeben. Die diesjährigen Sieger können mit ihren Erfindungen Ernteerträge steigern, Dieben das Handwerk legen und sogar Leben retten.

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Preis für Jungunternehmer

Die Starthilfe für Jungunternehmen wurde vor knapp 30 Jahren von Unternehmer William A. de Vigier (1912-2003) lanciert. Seit 1989 hat die Stiftung bereits über 10 Mio. Franken verteilt. Daraus resultierten bis heute rund 80 erfolgreiche Firmen, mehrere Firmenverkäufe und viele neue Arbeitsplätze.

Zu den Gewinnerfirmen gehören in diesem Jahr keine Firmen aus der Region Aargau Solothurn. Den begehrten Preis erhielten drei Startup-Firmen aus Zürich und zwei Firmen aus Ecublens VD.

Einer der Preisträger ist die Pregnolia AG aus Zürich, die ein Messgerät entwickelte, um das Risiko von Frühgeburten besser zu erkennen.

Mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurde auch die Peripal AG aus Zürich. Ihr Medizinalgerät vereinfacht die Dialyse zu Hause. Dank der Erfindung müssen Zuckerkranke weniger oft ins Spital.

Einen nicht zu kopierenden Schlüssel entwickelte die UrbanAlps AG aus Zürich. Die meisten mechanischen Sicherheitsfunktionen befinden sich im Innern des Schlüssels, weshalb er von 3-D-Druckern nicht nachgemacht werden kann.

Ausgezeichnet wurde ebenfalls die Nanolive AG aus Ecublens. Gründer Yann Cotte hat an der ETH Lausanne Physik studiert und ein tomographisches Mikroskop entwickelt. Dieses ermöglicht die Erforschung lebender Zellen in 3D, ohne diese zu beschädigen.

Mit dem Startkapital rechnen kann auch die Gamaya AG aus Eclubens. Sie schuf Analytik-Tools für grosse landwirtschaftliche Flächen. Spezialkameras auf Drohnen oder Flugzeugen messen, wie viel Licht die Saat reflektiert.

Zum ersten Mal wurde in Solothurn auch ein Publikumspreis vergeben. Die rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft verliehen die symbolische Auszeichnung an die EcoRobotix GmbH aus Yverdon. Sie hat einen solarbetriebenen Roboter entwickelt, der auf Gemüsefeldern das Unkraut erkennt und zerstört. So müssen die Bauern weniger Chemie spritzen.

Rund 200 Schweizer Jungunternehmen hatten für die Preisverleihung 2016 ihre Projekte eingereicht. «Dieses Jahr waren die Kandidaten und Kandidatinnen noch eine Stufe besser als sonst», sagte Stiftungsrat Sven Hoffmann an der Verleihung. Bei der Projektbeurteilung wurde auf die Unternehmer-Persönlichkeit, den Innovationscharakter, die gesamtgesellschaftliche Relevanz, die technische und finanzielle Machbarkeit sowie Marktchancen geschaut.

(Bildnachweis: zvg / Nanolive.ch)