Erneute Forderung nach rascher Deponiesanierung in Muttenz

«Der Dreck muss weg» - Die Vereinigung Allianz Deponie Muttenz ADM fordert erneut, dass die Deponie Feldreben in Muttenz so rasch wie möglich total saniert wird. Es seien neue brisante Dokumente aufgetaucht, welche die Gefährdung des Trinkwassers durch Gifstoffe unterstreichten.

Schild vor Trinkwasserfassung Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die ehemalige Deponie Feldreben gefährde die Trinkwasserfassungen im Hardwald, so die ADM. Keystone

Den beteiligten Chemiefirmen BASF, Novartis und Syngenta wirft die ADM vor, Erkenntnisse über Schadstoffe nicht einzubeziehen. Die bisherigen Sanierungsvorgaben würden der Schadstoffvielfalt, der Deponiemenge und der Grundwasserverschmutzung nicht gerecht, bemängelten ADM-Vertreter am Montag vor den Medien.

So seien schon 2010 Analyseergebnisse aus Pumpversuchen nicht in die Vorgaben eingeflossen, obwohl rund 150 Substanzen neu nachgewiesen worden seien. Im Zusammenhang mit der Deponie «Pont-Rouge» in Monthey VS, die seit 2011 saniert wird, hätten Ciba (heute BASF) und Syngenta zudem 2005 und 2006 gemäss Altlastenverordnung des Bundes Grenzwerte für giftige Schadstoffe festlegen lassen.

Diese Erkenntnisse hätten sie aber bei der Feldreben-Grube nicht eingebracht. Ausserdem sei zwischen dem Gestein unter der Deponie und den Trinkwasserbrunnen der Hardwasser AG sowie der Gemeinde Muttenz eine Verbindung möglich.

Chemiefirmen für «Billigsanierung»?

Fällt die in der Hard betriebene Rheinwasserversickerung einmal aus, etwa wegen einer Rheinverschmutzung, könne verschmutztes Grundwasser ungehindert zu den Brunnen fliessen. Eine Gefahr für das Trinkwasser der Stadt Basel und anderer Gemeinden dürfe aber nicht in Kauf genommen werden.

 Ihre Kritik unterlegte die ADM unter anderem mit einem im Auftrag der Chemie erstellten Gutachten zu den bisherigen Sanierungsansätzen; nebst anderem schlägt dieses für die nächsten Jahre vorerst eine Grundwasserreinigung vor.