In einem Kunstwerk leben – zum Preis der Privatsphäre

An der Neuwilerstrasse 99 haben zwölf Künstlerinnen und Künstler aus neun Nationen ein Haus unter ihre Fittiche genommen, um dort zu wohnen und Kunst zu machen. Sie gestalten die Zimmer, in welchen sie auch leben. Das «Haus 99» ist ein Projekt auf Zeit. Es wird schon bald abgerissen.

Was die Künstlerinnen und Künstler im Vorfeld der Art Basel in ihrem «Haus 99» machen, ist ihnen frei gestellt. Nur soviel ist geregelt: Sie dürfen dort wohnen und arbeiten, müssen ihre Zimmer dann aber für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Dass im Haus im Neubadquartier keine gewöhnliche Wohngemeinschaft lebt, das sieht man bereits von aussen. Im Garten steht ein Bagger, neben einem selbst ausgebuddelten See, in welchem ein Boot schwimmt. Geht man in den Keller des Hauses, sieht man ein Loch, das eine Künstlerin aus Belgien während Tagen gegraben hat. In der Erde fand sie Flaschen, die sie nun beleuchtet und zu einer Installation zusammengefügt hat. Offenbar wurde im Haus früher Wein hergestellt, hat sie erfahren. Deshalb die vielen Flaschen.

Ein anderer Künstler hat ebenfalls mit Erde gearbeitet und im 2. Stock des Hauses einen Kräutergarten eingerichtet. Und in einem andern Zimmer macht ein Mann, der sich als Ein-Mann-Punk-Band bezeichnet, schrille Musik. Er liebe dieses Projekt sagt er, da er machen dürfe, was er wolle.

Über das Ziel hinausgeschossen

Urheber der Kunstaktion im leer stehenden und dem Abriss geweihten Haus sind Demian Wohler und Benedikt Wyss. «Es ist einmalig», so Benedikt Wyss. Der Architekt, der das Haus gekauft hat und es umbauen wird, habe ihnen den Zuschlag für das Projekt gegeben. «Wir sind wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen», erzählt Demian Wohler lachend.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)