Unsicherheiten auf Basler Velostrasse

Das Bundesamt für Strassen testet in der ganzen Schweiz sogenannte Velostrassen. Auf diesen haben Velofahrerinnen immer Vortritt. Sechs Städte machen bei diesen Tests mit, darunter auch Basel-Stadt. Doch drei Monate nach der Einführung zeigt sich: Die meisten Velo- und Autofahrer haben keine Ahnung.

In Basel-Stadt hat es zwei Test-Velostrassen. Eine liegt direkt am Rhein auf dem St. Alban-Rheinweg, die andere beim Kannenfeldplatz in der Mühlhauserstrasse.

Rechtsvortritt gilt nicht mehr

Wer auf einer Velostrasse fährt, hat immer Vortritt. Der gewohnte Rechtsvortritt gilt dort nicht mehr. Ziel dieser Velostrasse sei es, dass die Velofahrerinnen und -fahrer, die auf einer Velostrasse fahren, schneller vom einen Ort zu anderen kommen, sagt Nicole Stocker, Mediensprecherin des Basler Verkehrsdepartments.

Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis nicht ganz so einfach. Die Velostrasse ist den meisten Verkehrsteilnehmenden unbekannt. Sie wissen nicht, dass auf dieser Strasse andere Gesetze gelten. «Es ist irritierend, denn überall sonst in der Stadt ist Rechtsvortritt», sagt eine Velofahrerin. Sie verlasse sich darum nicht darauf, dass die Autofahrer ihr den Vortritt gewähren: «Ich bin schwächer, also bremse ich lieber.»

Es braucht Angewöhnungszeit

Trotz Markierung am Boden und Signalisation in Form einer Verkehrstafel verstehen die meisten die Regeln nicht. Das Basler Verkehrsdepartement ist sich dessen bewusst. Man könne die Velostrasse mit den Begegnungszonen vergleichen. Als diese eingeführt wurden, kannte sie auch niemand. «Heute sind sie bekannt und beliebt», sagt Nicole Stocker.

Die Velostrassen in Basel-Stadt wurden Ende August eingeführt. Die Testdauer beträgt sechs Monate. Das Bundesamt für Strassen evaluiert danach die Velostrassen. Sollten die Pilotversuche positiv ausfallen, müsste das Gesetz geändert werden, damit Velostrassen eingeführt werden können.