«Die Stadt Bern bewegt sich im Graubereich»

Der Integrationspreis der Stadt Bern geht an die Beratungsstelle für Sans-Papiers. Statt für einmal das Gesetz buchstabengenau anzuwenden, belohnt die Stadt eine Organisation, die Menschen hilf, die illegal in der Schweiz sind.

Gruppenfoto bei der Preisverleihung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Marianne Kilchenmann (links) und die Vorstandsmitglieder des Vereins Sans-Papiers freuen sich über den Preis. SRF

«Mit dem diesjährigen Integrationspreis an die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers würdigt die Stadt Bern eine Organisation, die sich in einem rechtlichen Graubereich bewegt.» Das sagte die zuständige Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Die Beratungsstelle hilft Menschen, die keine Aufenthaltsbewilligung besitzen. Oft sind es abgewiesene Asylbewerber, die in der Gesellschaft untergetaucht sind, um so einer Ausweisung zu entgehen.

Die Beratungsstelle setze sich für eine Migrationsgruppe ein, welche aufgrund ihrer spezifischen Situation von vielen Dienstleistungen ausgeschlossen sei, heisst es in der Laudatio. «Die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers schlägt mit ihrer Beratungs- , Begleitungs- und Vermittlungsarbeit wichtige Brücken zwischen Sans-Papiers und den hiesigen Institutionen.» Der Integrationspreis ist mit 5000 Franken dotiert.

Der Förderpreis der Stadt Bern geht an den Künstler Müslüm. Er helfe dabei, festgefahrene Denkmuster aufzubrechen und trage auf unkonventionelle, innovative und originellle Art zur Integration bei, so die Jury.