Regierung will Bericht über Verdingkinder und Zwangsadoptierte

Im Auftrag des Kantons Graubünden arbeitet die Universität Bern das düstere Kapitel der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen auf. Die Bündner Regierung hat dazu einen Forschungsauftrag erteilt.

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Bildlegende: Viele Verdingkinder wurden bei Bauern «versorgt». (Symbolbild) Keystone

Die Studie «Grundlagen zur Beurteilung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen im Kanton Graubünden» wurde im Dezember 2014 ausgeschriebenen. Sie soll Klarheit schaffen über eine Behördenpraxis vor 1981, welche oftmals grosses Leid bedeutete. Zu den Betroffenen zählen beispielsweise Verdingkinder, Heimkinder oder auch Zwangsadoptierte.

Die Finanzierung der Studie von rund 220'000 Franken erfolgt je zur Hälfte durch den Sozialhilfefonds und aus der Spezialfinanzierung Landeslotterie. Die Erarbeitung der Studie wird von einer Projektgruppe unter dem Vorsitz des Staatsarchivs Graubünden begleitet.
Die Studie erfolgt im Rahmen der gesamtschweizerischen Aufarbeitung der Geschichte um fürsorgerische Zwangsmassnahmen und soll im ersten Quartal 2017 publiziert werden.