Wahlen AR Kein Duell um das Amt als Landammann

Köbi Frei von der SVP und Paul Signer von der FDP kandidieren für das Amt als Landammann, also das Regierungspräsidium. Die beiden Ausserrhoder Regierungsräte haben abgesprochen, dass sie sich nicht in Streitgesprächen duellieren. Der Politologe Mark Balsiger hat dafür kein Verständnis.

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Bildlegende: Kampf um den Sessel des Landammanns: Regierungsräte sollen sich nicht im Wahlkampf duellieren müssen, finden Politiker. SRF / Michael Breu

Vor fünf Jahren sind sich das letzte Mal zwei Kandidaten gegenübergestanden, die gleichzeitig Landammann - so heisst das Regierungspräsidium im Kanton Appenzell Ausserrhoden - werden wollten: Hans Diem von der SVP und Matthias Weishaupt von der SP. In verschiedenen Gesprächsrunden haben sie sich duelliert. Das soll es in diesem Jahr nicht mehr geben.

«Köbi Frei und ich haben abgemacht, dass wir keinen Wahlkampf führen, dass wir nicht auf Podien gehen. Wir wollen den Leuten eine echte Auswahl ermöglichen – aber ohne Inserate und Plakate.», sagt Justizdirektor Paul Signer.

Die Parteien haben dafür Verständnis. Für die Zusammenarbeit in der täglichen Regierungsarbeit sei es nicht gut, wenn sich die Kandidaten gleichzeitig in einem Wahlkampf duellieren müssten, heisst es unisono.

Der Berner Politologe Mark Balsiger hat dafür wenig Verständnis: «Aus der Perspektive des Aussenstehenden finde ich es ein merkwürdiges Demokratieverständnis wenn sich die beiden Kandidaten Signer und Frei intern so entschieden haben, dass sie sich gegenüber der Öffentlichkeit, gegenüber den Leuten nicht präsentieren wollen.»