Bushub Emmenbrücke Neuer Luzerner ÖV-Knotenpunkt ist eingeweiht

Mit einem Fest ist am Sonntag der neue Busbahnhof in Emmenbrücke eröffnet worden. Dank ihm soll das Gebiet, das sich stark entwickelt, gerüstet sein für die Zukunft. Christoph Zurflüh, der Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern, über die Hintergründe und die weiteren Pläne.

Zwei Gelenkbusse stehen am neuen Bushub in Emmenbrücke. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am neuen Bushub und am Bahnhof in Emmenbrücke werden täglich bis zu 15'000 Menschen umsteigen. zvg / Verkehrsverbund Luzern

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Was tut der Verkehrsverbund?

Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) plant und finanziert den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern. Hauptaufgaben sind die Weiterentwicklung des ÖV-Angebots, die Festlegung des Sortiments und der Preise sowie das Aushandeln von Vereinbarungen mit den 13 Transport-Unternehmen.

SRF News: Weshalb wurde der neue Busbahnhof ausgerechnet am Seetalplatz in Emmenbrücke gebaut?

Christoph Zurflüh: Hier in Emmenbrücke entsteht mit dem Gebiet «Luzern Nord» ein neues Zentrum der Region – mit 4000 neuen Arbeitsplätzen, rund 1500 Wohnungen, sowie etwa 800 Studienplätzen. Für diese Entwicklung rüsten wir uns mit eben dem neuen Bushub.

Im neuen Fahrplan für die Region fallen zwei neue, lange Buslinien auf. Eine zwischen Littau und Waldibrücke, Richtung Seetal. Die andere zwischen Emmen und Kriens. Was sind die Überlegungen dahinter?

Die moderne Raumplanung sieht vor, dass das klassische Zentrum der Stadt Luzern quasi aufgelöst wird. Es entstehen sogenannte Subzentren, wie beispielsweise Emmenbrücke oder Ebikon. Aber auch der Luzerner Stadtteil Littau wächst. Wir haben nun den Auftrag, diese Zentren über den öffentlichen Verkehr besser miteinander zu verbinden.

Gleichzeitig muss aber auch das Stadtzentrum von Luzern entlastet werden.

Das ist so. In der Vergangenheit wollte man stets alle wichtigen Linien ins Stadtzentrum führen. Wegen des Verkehrswachstums ist das nicht mehr möglich. Darum ist heute das Ziel, wie gesagt, dieses Zentrum «aufzulösen» und dafür die Agglomeration zu stärken.

Der neue Busbahnhof in Emmenbrücke wird unter anderem auch von grossen Doppelgelenkbussen bedient. Mit welchen Kapazitäten rechnen Sie?

In der Anfangsphase werden am Bahnhof und am Bushub Emmenbrücke täglich rund 10'000 Leute umsteigen. Bis 2030 werden es rund 15'000 sein. Weil eben im Gebiet Viscosistadt zahlreiche Arbeitsplätze und Wohnungen entstehen. Dazu kommt das neue Gebäude der Luzerner Kantonsverwaltung, das ebenfalls in der Nähe geplant ist.

Reichen denn die Kapazitäten des Busbahnhofs für all diese Entwicklungen oder ist schon jetzt klar, dass er in naher Zukunft ausgebaut werden muss?

Den genannten Entwicklungen im Gebiet Luzern Nord ist der Bushub gewachsen. Momentan ist er eher zu wenig ausgelastet. Aber in den nächsten Jahren werden sich die Busse, im Zuge der Siedlungsentwicklung, mehr und mehr füllen.

Welches ist der nächste Ausbauschritt, der ansteht?

Im Dezember 2019 wird in Ebikon ein Busbahnhof eröffnet. Gleichzeitig wird dann die Buslinie 1 verlängert, damit auch das Einkaufszentrum Mall of Switzerland mit dem ÖV erreicht werden kann.

Bräuchte es aber für eine grössere Entlastung des Zentrums Luzern nicht auch mehr Zugverbindungen aus der Agglomeration? Beispielsweise mehr Schnell- und Fernverkehrszüge, die in Emmenbrücke halten?

Solche Diskussionen laufen auf nationaler Ebene, dass die Zentren auf diese Art entlastet würden. Allerdings haben wir in Luzern nur beschränkte Kapazitäten auf den Schienen. Gleichzeitig muss man auch sagen: Die Situation in Emmenbrücke ist bereits sehr gut – stündlich bis zu sechs Bahnverbindungen zum Bahnhof Luzern, dazu kommen 16 Busverbindungen.

Das Gespräch führte Silvan Fischer.

Eine Karte, welche die wichtigsten Busverbindungen in der Agglomeration Luzern zeigt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die wichtigsten «Subzentren» in der Agglomeration Luzern und die dazugehörigen Busverbindungen ab dem Fahrplan 2017. zvg / Verkehrsverbund Luzern

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