Computergeschichte zum Anfassen

Zum ersten Mal fand in der Schweiz das Vintage Computer Festival statt, und zwar in Winterthur. Ziel ist es, ähnlich den «Oldtimer-Autos» auch «Oldtimer-Computer» einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und das Wissen über die alten Geräte am Leben zu erhalten.

Der Flyer sieht aus, als stamme er aus den frühen 90er-Jahren: Er lädt zum ersten Computer Vintage Festival (VCFe) in Winterthur ein. In Deutschland findet das Festival seit dem Jahr 2000 jährlich in München statt.

Die Aussteller aus der Schweiz bilden dabei seit Jahren einen festen Kern: «Ohne die Schweizer geht's nicht», gibt Hans Franke, Organisator des deutschen Festivals, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» zu.

Ein Museum zum Anfassen

Er ermunterte deswegen die Schweizer Aussteller, ebenfalls ein solches Festival zu veranstalten. Nach dreijähriger Suche fanden die Organisatoren endlich einen geeigneten Ausstellungsplatz: Die ehemalige Sulzer-Lagerhalle im Eulachpark Winterthur. Am 5. und 6. Oktober 2013 stellten dort rund ein Dutzend Personen ihre alten Computer aus, die aus dem Zeitraum der 70er Jahre bis zum Beginn der 90er Jahre stammen.

Neil Franklin, Leiter des Organisationsteams des VCFe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Neil Franklin, Leiter des Organisationsteams des Schweizer VCFe. SRF

Die Geräte sind alle funktionstüchtig und sind nicht nur zum Anschauen da. Denn «es ist keine tote Museumsausstellung», wie Neil Franklin, Leiter des Organisationsteams, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» erklärt. Anfassen ist möglich – mit der Erlaubnis des Ausstellers natürlich.

Alt ist Definitionssache

Das Ziel des Festivals ist, – ähnlich den Oldtimer-Autos – historisch gewordene Computer zu erhalten. Was dabei als alt bzw. als «vintage» gilt, ist Definitionssache.

Für die Organisatoren sind es alle Computermodelle, für die nichts in den letzten zehn Jahren produziert wurde. Dazu gehören beispielsweise auch ältere Apple-Computer und Computer mit Windows 3.1.

Mehr Besucherinnen und Besucher als erwartet

Die ausgestellte Vielfalt ist beträchtlich: Von selber gebauten Kunstwerken bis hin zum Flohmarkt-Schatz ist alles zu sehen. Die Ausstellung ist zwar klein, doch die Besucherzahl steigt im Verlauf des Samstags. Grossen Zulauf findet auch die Ecke, in der alte Spielkonsolen zum Spielen einladen.

Die Organisatoren sind zufrieden mit der Besucherzahl, die weit über das hinausging, was sie sich erhofft hatten. Ob das Festival auch nächstes Jahr stattfinde, sei aber noch nicht sicher, erklärt Neil Franklin.