Cryptoparty in Zürich: E-Mails verschlüsseln leicht gemacht

Der «Chaos Computer Club Zürich» organisiert erstmals eine Cryptoparty in der Stadt. Dort können interessierte Computerlaien lernen, wie man sicher E-Mails verschickt und geschützt durch das Internet surft.

Der Hash-Tag #Cryptoparty und zwei Personen, die miteinander tanzen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weltweit durchgeführt: Cryptoparties für eine sichere Kommunikation im Internet. Kenneth Freeman / kencf0618

Der Computerexperte Edward Snowden enthüllte im Juni, dass Geheimdienste von verschiedenen westlichen Staaten den gesamten Internetverkehr überwachen. Seitdem ist das Bedürfnis nach einer geschützten Kommunikation im Internet stark gestiegen.

Cryptopartys: eine australische Erfindung kommt nach Zürich

Auch die Schweiz ist von diesen globalen Überwachungsprogrammen betroffen. Deswegen entschied sich der «Chaos Computer Club Zürich» (CCCZH), am Samstag eine Cryptoparty zu veranstalten - die erste in der Stadt Zürich.

An dieser Veranstaltung zeigt der Club, wie man (abhör-)sicher über das Internet kommunizieren kann. Interessierte Personen können ihren Laptop mitbringen und erhalten eine kostenlose Einführung, wie man beispielsweise E-Mails verschlüsselt und die entsprechende Software installiert. Spezielles Computerwissen ist nicht erforderlich.

«  Das Recht auf Privatsphäre besteht zwar rechtlich, ist aber in dem Sinn technisch nicht möglich. Darum haben wir eine solche Veranstaltung, bei der wir den Leuten zeigen, wie man sich selber schützen kann. »

Hernani Marques
Chaos Computer Club Zürich

Die Idee für Cryptopartys stammt von der australischen Journalistin und Internetaktivistin Asher Wolf. Seit der ersten Cryptoparty, die sie letztes Jahr in Melbourne mitorganisierte, fanden weltweit weitere solcher Partys statt. Das Ziel ist, die breite Bevölkerung für eine sichere Kommunikation im Internet zu sensibilisieren.

E-Mails: Von der Postkarte zum versiegelten Brief

Der Grund, weshalb es einer solchen Sicherheit bedarf, liegt unter anderem in der technischen Natur der E-Mail: Wenn Alice eine E-Mail an Bob schickt, nimmt sie an, dass nur er diese E-Mail lesen kann – schliesslich hat sie ja nur ihn als Absender gewählt. Eine E-Mail ist jedoch wie eine Postkarte: Bei einer Postkarte kann jede Person, die sie in den Händen hält, lesen, was darauf steht.

Im Internet heisst das: Alle, die über weiterführende Computerkenntnisse verfügen, können die E-Mails heimlich mitlesen. Wenn also Alice an Bob schreibt und von den Problemen mit ihrem Schatz erzählt, können das theoretisch alle mitbekommen.

Aus der Postkarte lässt sich jedoch ein Brief mit Siegel machen: Das heisst, die E-Mail wird verschlüsselt. Das ist im Grunde genommen recht einfach, braucht jedoch ein bisschen Computerwissen oder eine Person, die zeigt, wie es geht - der Sinn und Zweck einer Cryptoparty.